Visualisierte AKIS-Kartierung
Die visualisierte AKIS-Kartierung ist eine Technik, die eine Momentaufnahme der Akteure und Verknüpfungen innerhalb eines beobachteten Innovationssystems liefert. Sie hilft Behörden und Interessensvertretern, die wichtigsten Merkmale, Stärken und Lücken im Wissensfluss zu verstehen, indem sie visualisierte Karten verwendet, die ein gemeinsames Verständnis und den Dialog zwischen den Interessensvertretern fördern.
Page contents

Grundlagen
Kurz und bündig
Was ist die visualisierte AKIS-Kartierungsmethode?
Die visualisierte AKIS-Kartierung ist eine partizipative qualitative Methode, die eine visuelle Momentaufnahme der komplexen Beziehungen, Wissensflüsse und Interaktionen innerhalb der landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssysteme (AKIS) liefert. Es beruht auf der iterativen Ausarbeitung eines AKIS-Diagramms oder -Graphen, das ein statisches Bild der Akteure und Infrastrukturen des Systems liefert, zusammen mit der Stärke (d. h. stark und schwach) und der Richtung (z. B. ein- oder zweigleisig) ihrer Verknüpfungen in bestimmten Kontexten (z. B. auf nationaler oder regionaler Regierungsebene und für den gesamten Sektor oder eine bestimmte Wertschöpfungskette).
Durch die Erstellung klarer und zugänglicher visueller Darstellungen soll die visualisierte AKIS-Kartierung ein gemeinsames Verständnis der AKIS-Landschaft unter verschiedenen Interessenvertretern fördern und letztlich eine bessere Entscheidungsfindung und strategische Planung für landwirtschaftliche Innovationen unterstützen.
Hauptmerkmale
Der Prozess beginnt mit der Zusammenstellung vorhandener Forschungsergebnisse und der Identifizierung einflussreicher Akteure innerhalb von AKIS. Diese Informationen werden zur Erstellung erster Netzwerkdiagramme verwendet, die dann durch iterative Dialoge mit Experten und Interessenvertretern verfeinert werden, um Genauigkeit und Vollständigkeit zu gewährleisten.
Visualisierte AKIS-Karten veranschaulichen in der Regel die wichtigsten Akteure (Landwirte, Forscher, Berater, politische Entscheidungsträger, Unternehmen usw.), ihre Beziehungen (Kooperationen, Partnerschaften, Wege des Wissensaustauschs) und den Informations-, Technologie- und Innovationsfluss zwischen ihnen. Wichtige Ressourcen wie Finanzierungsquellen, Infrastruktur und Fachwissen werden ebenfalls häufig hervorgehoben.
Der partizipative Charakter dieser Methode ist von entscheidender Bedeutung. Durch die Einbeziehung von Interessensvertretern während des gesamten Prozesses wird sichergestellt, dass die Karte die unterschiedlichen Perspektiven, Bedürfnisse und Dynamiken innerhalb des AKIS genau widerspiegelt. Dieser kollaborative Ansatz fördert die gemeinsame Verantwortung und die Zustimmung verschiedener Interessensvertreter und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die durch die Kartierung gewonnenen Erkenntnisse erfolgreich umgesetzt werden.
Vor- und Nachteile
Advantages | Disadvantages |
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Wann sollte sie eingesetzt werden?
In den GAP-Strategieplänen wird die Stärkung von AKIS durch die Förderung von Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Innovationsaufnahme unter verschiedenen Akteuren betont. Die visualisierte AKIS-Kartierung ist besonders relevant für die Bewertung von Maßnahmen, die speziell auf diese Ziele ausgerichtet sind, wie z. B.:
- Verbesserung der Zusammenarbeit und des Netzwerkens: Dazu gehören Initiativen zur Förderung von Partnerschaften zwischen Landwirten, Forschern, Beratern, Unternehmen und anderen Interessensvertretern innerhalb des AKIS. Visualisierte Karten können dabei helfen, die Wirksamkeit solcher Maßnahmen beim Aufbau robuster Netzwerke und der Stärkung der Verbindungen zwischen verschiedenen Akteuren zu bewerten.
- Unterstützung bei der Einrichtung und Leitung von Operationellen Gruppen (OGs): Visualisierte AKIS-Karten können die Zusammensetzung von OGs, ihre Verbindungen zu anderen AKIS-Akteuren und den Wissensfluss innerhalb und außerhalb der Gruppe veranschaulichen. Dies hilft bei der Bewertung der Wirksamkeit von OGs bei der Förderung von Innovation und Wissensaustausch.
- Stärkung der landwirtschaftlichen Beratungsdienste: Die Karten können die Reichweite und Wirksamkeit von Beratungsdiensten aufzeigen, Lücken in der Abdeckung identifizieren und potenzielle Bereiche für Verbesserungen bei der Vernetzung von Landwirten mit relevantem Wissen und Informationen hervorheben.
- Förderung von Lernnetzwerken zwischen Landwirten: Durch die Visualisierung dieser Netzwerke können Evaluatoren ihre Struktur bewerten, Schlüsselakteure identifizieren und verstehen, wie Informationen und Innovationen innerhalb dieser informellen Wege des Wissensaustauschs weitergegeben werden.
Bewertung von Multi-Stakeholder-Initiativen:
Eine Reihe von GAP-Maßnahmen beinhalten die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessenvertretern, darunter Landwirte, Forscher, Berater, Unternehmen und NGOs. Die visualisierte AKIS-Kartierung ist besonders nützlich für die Bewertung solcher Initiativen:
- Identifizierung der Hauptakteure und ihrer Rollen. Die Karten verdeutlichen die Rollen und den Einfluss der verschiedenen Interessenvertreter innerhalb der Initiative und zeigen potenzielle Bereiche für Synergien oder Konflikte auf.
- Visualisierung von Machtdynamiken und Entscheidungsprozessen. Der Kartierungsprozess kann Machtungleichgewichte aufdecken und Netzwerke und Entscheidungswege innerhalb der Initiative beeinflussen, wodurch Erkenntnisse über potenzielle Hindernisse oder Faktoren für eine effektive Zusammenarbeit gewonnen werden.
- Bewertung der Wirksamkeit von Kommunikations- und Koordinierungsmechanismen. Die Karten können veranschaulichen, wie Informationen ausgetauscht und Entscheidungen getroffen werden, sodass Evaluatoren die Wirksamkeit von Kommunikationskanälen und Koordinierungsstrukturen bewerten können.
Analyse der Auswirkungen von Interventionen auf den Wissensfluss:
Ein Hauptziel der GAP-Strategiepläne besteht darin, den Wissensfluss innerhalb von AKIS zu verbessern, Innovationen voranzutreiben und landwirtschaftliche Praktiken zu verbessern. Visualisierte AKIS-Kartierungen können eingesetzt werden, um:
- Veränderungen in den Wissenspfaden zu verfolgen. Durch den Vergleich von Karten vor und nach einer Intervention können Evaluatoren Veränderungen in den Wissensflüssen verfolgen und die Auswirkungen der Intervention auf die Muster des Wissensaustauschs ermitteln.
- Die Reichweite und Wirksamkeit der Wissensverbreitung zu bewerten. Die Karten können die Verbreitungswege spezifischen Wissens und/oder Innovationen visualisieren und so deren Reichweite, Akzeptanz und Auswirkungen auf die Zielgruppen aufzeigen.
- Engpässe und Hindernisse für den Wissensfluss identifizieren. Der Kartierungsprozess kann Hindernisse aufzeigen, die den effektiven Wissenstransfer innerhalb eines AKIS behindern, wie z. B. mangelnder Zugang zu Informationen, unzureichende Kommunikationskanäle oder Misstrauen zwischen den Akteuren.
Über die Bewertung spezifischer Interventionen hinaus kann die visualisierte AKIS-Kartierung eingesetzt werden, um die breiteren Auswirkungen eines GAP-Strategieplans auf die gesamte AKIS-Landschaft zu verstehen. Dies ist besonders relevant für:
- Verfolgung von Veränderungen in der Netzwerkstruktur und im Engagement der Interessenvertreter. Die Karten können Verschiebungen in den Beziehungen der Akteure, das Auftreten neuer Akteure und Veränderungen in den Mustern der Zusammenarbeit im Laufe der Zeit visualisieren und aufzeigen, wie GAP-Interventionen die Entwicklung von AKIS beeinflussen.
- Ermittlung unbeabsichtigter Folgen und aufkommender Herausforderungen. Die Visualisierung von AKIS kann unvorhergesehene Auswirkungen von Interventionen aufdecken und unbeabsichtigte Folgen und aufkommende Herausforderungen hervorheben, die möglicherweise eine Anpassung der Richtlinien erfordern.
Voraussetzungen für die Visualisierung von AKIS:
- Klare Ziele für die Bewertung. Spezifische Fragen und Ziele für die Bewertung müssen klar definiert werden, um sicherzustellen, dass der Mapping-Prozess fokussiert ist und relevante Daten liefert.
- Verfügbarkeit von Daten und Fachwissen. Ein solides Mapping erfordert den Zugang zu relevanten Datenquellen, wie z. B. Listen von Interessenvertretern, Projektdokumentationen und Interviewdaten. Außerdem sind Fachwissen in der Durchführung von Netzwerkanalysen, Datenvisualisierung und Moderationsfähigkeiten erforderlich.
- Aktive Beteiligung der Interessenvertreter. Der Erfolg der visualisierten AKIS-Kartierung hängt stark von der aktiven Beteiligung und dem Engagement verschiedener Interessensvertreter innerhalb eines AKIS ab. Evaluatoren müssen während des gesamten Prozesses für Inklusion sorgen und eine kollaborative Umgebung fördern.
- Ausreichende Ressourcen. Die Erstellung und Analyse visualisierter AKIS-Karten erfordert Zeit, finanzielle Ressourcen und engagiertes Personal. Evaluatoren sollten die Auswirkungen auf die Ressourcen berücksichtigen und für angemessene Unterstützung sorgen, bevor sie sich für diesen Ansatz entscheiden.
Schritt für Schritt
Der Prozess der Anwendung der visualisierten AKIS-Kartierung kann die folgenden Schritte umfassen:
Schritt 1 – Umfang und Ziele definieren
- Formulieren Sie den Umfang der Bewertung klar und deutlich: Welche spezifischen Aspekte des GAP-Strategieplans oder damit zusammenhängender Maßnahmen werden bewertet?
- Identifizieren Sie die wichtigsten Bewertungsfragen: Was möchten Sie über das AKIS erfahren? Welche Schlüsselaspekte müssen visualisiert werden (z. B. Beziehungen zwischen Akteuren, Wissensflüsse, Innovationspfade)?
- Definieren Sie die Grenzen des zu kartierenden AKIS: Dies kann die Konzentration auf ein bestimmtes geografisches Gebiet, eine bestimmte Wertschöpfungskette oder einen bestimmten Themenbereich innerhalb des AKIS beinhalten.
Schritt 2 – Interessenvertreter ermitteln und einbeziehen
- Führen Sie eine gründliche Analyse der Interessensvertreter durch: Ermitteln Sie alle relevanten Akteure innerhalb des definierten Bereichs des AKIS. Dazu können Landwirte, Forscher, Berater, politische Entscheidungsträger, Unternehmen, NGOs und andere relevante Organisationen gehören.
- Entwickeln Sie eine Strategie zur Einbindung von Interessensvertretern: Bestimmen Sie die effektivsten Wege, um Interessenvertreter während des gesamten Kartierungsprozesses einzubeziehen. Dies kann Interviews, Fokusgruppen, Workshops oder Online-Umfragen umfassen.
- Sichern Sie sich die Zustimmung und Beteiligung der Interessensvertreter: Kommunizieren Sie den Zweck und die Vorteile der Kartierung klar und deutlich, um eine aktive Beteiligung und Zusammenarbeit zu fördern.
Schritt 3 – Daten sammeln und analysieren
Sammeln Sie Daten über Akteure und Beziehungen, indem Sie eine Kombination von Methoden zur Informationsbeschaffung nutzen, darunter:
- Schreibtischforschung: Überprüfung von Projektdokumenten, Berichten, Websites und vorhandenen AKIS-Studien.
- Halbstandardisierte Interviews: Führen Sie ausführliche Interviews mit wichtigen Interessensvertretern, um Einblicke in ihre Rollen, Beziehungen und Perspektiven zum AKIS zu erhalten.
- Fokusgruppen und Workshops: Fördern Sie Gruppendiskussionen, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und wichtige Zusammenhänge, Wissensflüsse und Herausforderungen zu identifizieren.
- Umfragen: Führen Sie gezielte Umfragen durch, um quantitative Daten zu bestimmten Aspekten des AKIS zu sammeln, z. B. zu Kanälen für den Wissenstransfer oder zur Wahrnehmung der Interessensvertreter.
- Analysieren Sie die gesammelten Daten: Identifizieren Sie Muster in den Beziehungen zu Interessensvertretern, in den Wissensflüssen und in den wichtigsten Ressourcen. Dazu können qualitative Datenanalysetechniken oder spezielle Software für die Netzwerkanalyse eingesetzt werden.
Schritt 4 – Entwickeln Sie eine visualisierte AKIS-Kartierung
- Wählen Sie geeignete Visualisierungstools aus. Wählen Sie Software oder Plattformen, die die Visualisierung von Netzwerken unterstützen und Anpassungsoptionen basierend auf den Zielen der Bewertung und der Komplexität des AKIS ermöglichen.
- Erstellen Sie die erste Karte. Verwenden Sie klare Symbole und Beschriftungen, um eine grundlegende visuelle Darstellung der Hauptakteure und ihrer Beziehungen zu erstellen.
- Verfeinern Sie die Karte schrittweise. Teilen Sie die erste Karte mit den Interessensvertretern, um Feedback und Validierung zu erhalten. Integrieren Sie ihre Erkenntnisse, um die Genauigkeit, Vollständigkeit und Klarheit zu verbessern.
- Präsentieren Sie die endgültige Karte: Erstellen Sie eine visuell ansprechende und informative Karte, die die wichtigsten Erkenntnisse und Einsichten über das AKIS effektiv vermittelt.
Schritt 5 – Ergebnisse interpretieren und Schlussfolgerungen ziehen
- Analysieren Sie die in der Karte aufgedeckten Muster und Zusammenhänge: Identifizieren Sie Schlüsselakteure, Wissensvermittler, zentrale Knotenpunkte, periphere Akteure und potenzielle Engpässe im Wissensfluss.
- Verknüpfen Sie die Ergebnisse mit den Zielen der Bewertung: Beurteilen Sie, inwieweit die visuelle Darstellung die wichtigsten Fragen der Bewertung beantwortet. Was sagt die Karte über die Wirksamkeit der Maßnahmen der GAP-Strategiepläne aus? Was sind die wichtigsten Stärken und Schwächen des AKIS?
- Schlussfolgerungen und Empfehlungen ziehen: Formulieren Sie evidenzbasierte Schlussfolgerungen über die Funktionsweise des AKIS und geben Sie Empfehlungen zur Verbesserung des Wissensaustauschs, der Innovationsaufnahme und der Gesamteffektivität.
Schritt 6 – Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse
- Teilen Sie die visualisierte AKIS-Karte und den Bericht mit den Interessensvertretern: Präsentieren Sie die Ergebnisse auf klare und zugängliche Weise, z. B. in Workshops, Präsentationen oder auf Online-Plattformen.
- Verwenden Sie die Karte, um Diskussionen und strategische Planung zu erleichtern: Binden Sie Interessensvertreter in Diskussionen über die Ergebnisse ein und nutzen Sie die Erkenntnisse, um die Gestaltung und Umsetzung von GAP-Maßnahmen zu beeinflussen.
Die wichtigsten Punkte
- Die Vielfalt der praktischen Anwendungen unterstreicht die Bedeutung für Behörden, Koordinierungsstellen und Interessensvertreter, die Funktionsweise des AKIS eines Landes besser zu verstehen.
- Die Visualisierung der Akteure des AKIS ermöglicht eine systematische Erfassung der wichtigsten Merkmale, Stärken und Schwächen der organisatorischen Rahmenbedingungen und Beziehungen. Die Methode zeigt die wichtigsten Akteure, Wissensflüsse, Lücken und Verbesserungspotenziale innerhalb des AKIS auf.
- Visualisierte Karten fördern das gemeinsame Verständnis und den Dialog zwischen den Interessensvertretern und ermöglichen eine gemeinsame Bewertung und Planung. Richtlinien und Vorlagen sind nützlich für die Erleichterung harmonisierter Präsentationen und ermöglichen die Verbreitung vergleichender Ansichten und gegenseitiges Verständnis.
- Die aktive Beteiligung verschiedener Akteure gewährleistet die Genauigkeit und Relevanz der Karte und fördert die Eigenverantwortung und die Zustimmung der Interessensvertreter. Der partizipative Ansatz lädt Beiträge von normalerweise unterrepräsentierten Gruppen (z. B. landwirtschaftliche Beratungsgruppen) ein.
- Die visuelle Darstellung liefert wertvolle Erkenntnisse für eine datengestützte Entscheidungsfindung, die zu effektiveren und gezielteren GAP-Interventionen führt. Die grafische Visualisierung ist ein leistungsstarkes Instrument, um AKIS-Teilnehmer zu kartieren und Koordinierungsmechanismen zu identifizieren.
- Die Durchführung einer gründlichen Kartierung und Analyse erfordert viel Zeit, finanzielle Ressourcen und umfangreiches Fachwissen.
- Denken Sie daran, dass sich AKIS ständig weiterentwickelt. Aktualisieren Sie die Karten regelmäßig und führen Sie einen kontinuierlichen Dialog mit den Interessenvertretern, um die Relevanz und Wirkung zu gewährleisten.
Learning from experience
Aus Erfahrungen lernen
Visualisierte AKIS-Diagnosen wurden bereits in früheren Projekten wie dem SOLINSA-Projekt (Moschitz et al., 2015Open link in new window) und dem PRO AKIS-Projekt (Knierim und Prager, 2015Open link in new window) angewendet, bei denen eine grafische Darstellung der Wissensakteure in europäischen Ländern zum Einsatz kam. Die jüngste EU-weite AKIS-Diagnose wurde im H2020-Projekt i2connectOpen link in new window durchgeführt.
Nachfolgend finden Sie ein Beispiel für die im Rahmen des H2020-Projekts i2connect entwickelte Visualisierung der AKIS- und Beratungsdienste in Österreich.

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AKIS zeichnet sich durch eine Vielzahl von Akteuren aus. Dieses Diagramm veranschaulicht das Netzwerk der Akteure, die mit Land- und Forstwirten in Österreich zusammenarbeiten, und konzentriert sich darauf, wie verschiedene Gruppen und Organisationen miteinander verbunden sind. Die fünf großen Arten von Akteuren, die mit Land- und Forstwirten interagieren, sind:
- Organisationen des öffentlichen Sektors (Ministerien und nachgeordnete öffentliche Verwaltung; in blau).
- Privatwirtschaft (Industrie, unabhängige Berater und Beratungsunternehmen; in braun).
- Forschung und Bildung (Universitäten, Forschungsinstitute, Schulen; in grün).
- Landwirte und landwirtschaftliche Organisationen (Landwirtschaftskammern, Genossenschaften, Bauernverbände in gelb).
- Nichtregierungsorganisationen (z. B. Wohltätigkeitsorganisationen und Umweltgruppen; in orange).
Die verschiedenen Elemente des Diagramms sind wie folgt aufgeschlüsselt:
Landwirte/Förster stehen im Mittelpunkt dieser Karte und repräsentieren die in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Personen.
Die Verbindungen zwischen den verschiedenen Akteuren werden durch durchgezogene Linien für starke Verbindungen und gestrichelte Linien für schwächere oder indirekte Verbindungen dargestellt. Das Diagramm zeigt, wie Land- und Forstwirte von einer Vielzahl von Interessenvertretern beeinflusst werden, von Behörden und Forschungseinrichtungen bis hin zu unabhängigen Beratern und NGOs, wodurch ein umfassendes Ökosystem rund um land- und forstwirtschaftliche Aktivitäten entsteht.
- Öffentliche Behörden:
- Das österreichische Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und die Landes-/Provinzbehörden haben schwächere Verbindungen zu Land- und Forstwirten
- Forschungs- und Bildungseinrichtungen:
- Bildungseinrichtungen, z. B. die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP), landwirtschaftliche Fachhochschulen (LFS) usw., weisen starke Verbindungen zum Zentrum des Diagramms auf.
- Es gibt auch starke Verbindungen zu Forschungsinstituten (z. B. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (AWI und BABF), AGES-Bundesforschungsinstitute, Forschungsinstitute für ökologischen Landbau usw.) und Universitäten (z. B. Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) oder Veterinärmedizinische Universität Wien), die wiederum schwächere Verbindungen zu Land- und Forstwirten haben
- Ein Kasten, der Weiterbildung anzeigt (z. B. Ländliches Fortbildungsinstitut (LFI), Bio Austria, AGES, Fachschulen für Land- und Forstwirtschaft, Agrartechnik usw.), weist starke Verbindungen zum Zentrum auf und erweitert seine Verbindungen zum Privatsektor (d. h. Input-Händler und unabhängige Berater, zu denen auch private Berater und Tierärzte gehören, die Land- und Forstwirten direkte Unterstützung bieten).
- Dritter Sektor – bäuerliche/bäuerliche Organisationen:
- Diese Akteurengruppe bietet starke Verbindungen zu Land- und Forstwirten und umfasst Erzeugergemeinschaften und -verbände (z. B. Zuchtverbände, Schweinezüchter usw.), Verbände und Medien (z. B. Landjugend Österreich und Bäuerinnen usw.) sowie die Zahlstelle (d. h. im Fall Österreichs die AMA-Marketing und Agramarkt Austria);
- Netzwerke und Projekte mit mehreren Akteuren, einschließlich Horizont-Multi-Akteur-Projekte und EIP-AGRI-Dienstleistungs- und Operationelle Gruppen, konzentrieren sich auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Sektoren. Diese Akteure sind eng mit den Landwirtschaftskammern in Österreich verbunden (d. h. der Österreichischen Landwirtschaftskammer und den neun regionalen Landwirtschaftskammern sowie mehreren Bezirksbauernkammern).
- Dritter Sektor – NGOs (Orange):
- NGOs wie Bird Life, Wohltätigkeitsorganisationen (z. B. Projekte LQB und SVS) und Verbraucherinformationsplattformen (z. B. Landschaft leben) haben schwächere Verbindungen zu Landwirten, spielen aber in bestimmten Aspekten der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit und bei sozialen Belangen eine Rolle.
KroatienOpen link in new window: In Kroatien war das AKIS durch schwache Verbindungen zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen gekennzeichnet, die in den Bereichen Bildung, Forschung und Beratung tätig sind. Die visualisierte AKIS-Kartierung trug dazu bei, diese Schwachstellen systematisch zu identifizieren und einen effektiveren Wissens- und Datenaustausch zu fördern.
EstlandOpen link in new window: Estlands AKIS hatte ein fragmentiertes Image, aber durch die Visualisierung des AKIS-Mappings wurden wichtige Schritte in Richtung einer stärkeren Integration unternommen. Dazu gehörte die landesweite Koordinierung der Beratungsdienste, wodurch die Gesamteffizienz und -effektivität des Systems verbessert wurde.
FinnlandOpen link in new window: Finnland nutzte die Visualisierung des AKIS-Mappings, um die Ressourcen und die Zusammenarbeit zwischen einem vielfältigen Netzwerk von Akteuren aus den Bereichen Forschung, Entwicklung und Bildung zu koordinieren. Dies trug dazu bei, die Vitalität und Nachhaltigkeit ihres landwirtschaftlichen Wissenssystems zu sichern.
- i2connect – interaktive InnovationOpen link in new window
- FP7-Projekt PRO AKISOpen link in new window - Perspektiven für die Unterstützung von Landwirten: Beratungsdienste in europäischen AKIS-Koordinatoren: ZALF, Deutschland (2013-2014).
Weiterführende Literatur
Leitlinien: Bewertung des AKIS-Strategieansatzes in GAP-Strategieplänen
- Andrea Knierim, Fanos M. BirkeOpen link in new window. (2023). Visualisierte AKIS-Diagnose – ein instrumenteller Ansatz zur Unterstützung der AKIS-Bewertung.
- Knierim et al. (2020)Open link in new window. Ergebnis 1.1 Innovationsberater für interaktive Innovationsprozesse: Konzeptionelle Grundlagen und gemeinsames VerständnisOpen link in new window. Berater vernetzen, um interaktive Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft zu fördern.
- Haarich, S., (2017). Entwicklung der Bioökonomie in EU-Regionen. Kartierung der Forschungs- und Innovationspläne und -strategien der Mitgliedsstaaten/Regionen der EU für intelligente Spezialisierung (RIS3) im Bereich Bioökonomie, Abschlussbericht, Februar 2017, S. 80.
- Robin Grimble, Kate Wellard (1997)Open link in new window. Methoden für Interessenvertreter im Management natürlicher Ressourcen: eine Überprüfung der Prinzipien, Kontexte, Erfahrungen und Möglichkeiten, Agricultural Systems, Band 55, Ausgabe 2, S. 173–193.
- Schiffer, E. (2007)Open link in new window. Net-map-Toolbox: Einflussmapping sozialer Netzwerke. Vortrag gehalten bei der Documentation of Research 20/2007, Integrating Governance & Modeling Project (CPFW). Colombo, Sri Lanka: Challenge Program on Water and Food.