Neues europäisches Netzwerk zur Förderung kurzer Lieferketten für Lebensmittel gegründet
EU4Advice & COREnet starten EU-weite Netzwerke zur Förderung kurzer Lieferketten für Lebensmittel und bringen Experten, Berater und politische Entscheidungsträger für fairere und grünere Lebensmittelsysteme zusammen.
Brüssel – Eine neue europäische Initiative bringt Berater, Experten und politische Entscheidungsträger in einer bahnbrechenden Initiative zusammen, um kurze Lebensmittelversorgungsketten (SFSCs) auf dem gesamten Kontinent zu stärken. Unter der Leitung von EU4Advice und COREnet zielt die Initiative darauf ab, widerstandsfähigere, transparentere und nachhaltigere Lebensmittelsysteme in ganz Europa aufzubauen. Die beiden Netzwerke werden von beiden Projekten gemeinsam entwickelt und unterstützt.
Diese Bemühungen kommen zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da immer mehr Landwirte und Lebensmittelproduzenten nach Alternativen langen und komplexen Lieferketten suchen. Das Netzwerk ist besonders relevant für diejenigen, die Produzenten dabei unterstützen, direkt an Verbraucher zu verkaufen, ihre Verhandlungsmacht zu stärken und sozial und ökologisch verantwortungsvollere Produktionsmodelle einzuführen.
Die Initiative umfasst zwei sich ergänzende Elemente. Das erste ist ein europäisches Beratungsnetzwerk für SFSC, das spezielle Schulungen, Zugang zu ausgewählten Ressourcen und Möglichkeiten für den grenzüberschreitenden Wissensaustausch und die Zusammenarbeit bietet. Berater und Experten für Lebensmittelsysteme sind eingeladen, sich einer dynamischen, EU-weiten Gemeinschaft anzuschließen, die thematische Workshops, gemeinsame Lernräume und eine erhöhte Sichtbarkeit durch eine öffentlich zugängliche Datenbank mit SFSC-Fachleuten bietet. Eines der Ziele von EU4Advice ist die Integration von Beratungsdiensten, Instrumenten und Inhaltsverzeichnissen im Zusammenhang mit SFSC in die nationalen landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssysteme (AKIS)
Die Teilnahme eröffnet auch die Möglichkeit, direkt zu politischen Empfehlungen auf EU-Ebene beizutragen, die auf die Stärkung des SFSC-Sektors abzielen.
Laut Fedele Colantuono, Koordinator des COREnet-Projekts, haben sich bereits mehr als 500 Berater und Experten aus allen EU-Mitgliedsstaaten dem Netzwerk angeschlossen. „Wir bauen ein wachsendes Ökosystem auf, in dem Peer-to-Peer-Lernen und Innovation im Mittelpunkt stehen“, sagte er. „Neben unseren COREnet Golden Cases, die erfolgreiche SFSC-Modelle replizieren sollen, haben wir kürzlich eine offene Ausschreibung für Leuchtturmprojekte gestartet, um registrierten Beratern neue Möglichkeiten zur Skalierung mutiger Ideen zu bieten.“
Die zweite Komponente ist ein neu gegründetes Netzwerk für politische Entscheidungsträger, die sich für den Aufbau fairerer und nachhaltigerer Lebensmittelsysteme einsetzen. Dieser Raum bietet regionalen, nationalen und lokalen Behörden die Möglichkeit, direkt mit ihren Kollegen in ganz Europa in Kontakt zu treten, Herausforderungen und Lösungen auszutauschen und mit Produzenten, Beratern, Forschern und wichtigen Interessenvertretern von AKIS in Kontakt zu treten.
Patricia Mora, Koordinatorin von EU4Advice, betonte, wie wichtig es ist, technisches Fachwissen und politische Entscheidungsfindung miteinander zu verbinden. „Durch diesen dualen Netzwerkansatz schaffen wir stärkere Verbindungen zwischen denjenigen, die Politik gestalten, und denen, die sie umsetzen. Es geht darum, sicherzustellen, dass lokale Lebensmittelsysteme über die Instrumente und die Unterstützung verfügen, die sie benötigen, um zu gedeihen.“
Die Teilnahme an den Netzwerken ist freiwillig und auf unterschiedliche Beteiligungsgrade ausgelegt. Interessierte können sich über die entsprechenden Online-Formulare anmelden: das Formular für Berater und das Formular für politische Entscheidungsträger.
Über EU4Advice
EU4Advice ist ein von Horizon Europe finanziertes Projekt zur Stärkung kurzer Lieferketten für Lebensmittel (SFSCs) in ganz Europa durch die Stärkung von Beratungsdiensten und die Förderung des Wissensaustauschs zwischen wichtigen Interessengruppen. Das Projekt zielt darauf ab, die Kapazitäten von Beratern zu stärken, die Zusammenarbeit zwischen Produzenten, Forschern und politischen Entscheidungsträgern zu verbessern und den Übergang zu nachhaltigeren, widerstandsfähigeren und sozial gerechteren Lebensmittelsystemen zu unterstützen. Im Rahmen des Projekts wurden vier Living Labs in Spanien, den Niederlanden, Ungarn und Irland eingerichtet. Sie entwickeln gemeinsam praktische Lösungen für kurze Lebensmittelversorgungsketten (SFSCs) und testen diese, um während der fünfjährigen Projektlaufzeit kontinuierliches Lernen und Feedback zu ermöglichen.
Über COREnet:
Das COREnet-Projekt, eine von Horizon EU finanzierte Initiative, die von der Universität Foggia koordiniert wird, konzentriert sich auf kurze Lebensmittelversorgungsketten (SFSCs), die zu integrativeren, widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Lebensmittelsystemen beitragen. Das Projekt zielt darauf ab, die Entwicklung und Skalierbarkeit von SFSCs durch den gemeinsamen Wissensaustausch zwischen den Interessenvertretern zu verbessern.
Das Projekt wird SFSC-Leitlinien in die landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssysteme (AKIS) integrieren, politische Empfehlungen auf EU-Ebene liefern, Berater mit neuen Instrumenten unterstützen und innovative Lösungen verbreiten.
Kontaktinformationen:
Raquel Carro, EU4Advice-Projektmanagerin. raquel@australo.org
Leonardo Impronta, Leiter Kommunikation und Verbreitung bei COREnet. leonardo.improta@icons.it