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Inspirierende Idee: Biologischer Versuchsbetrieb in Finnland testet Methoden zur Verbesserung des Tierwohlbefindens

Mustiala Organic Farm arbeitet mit Landwirten, Forschern und Operationellen Gruppen zusammen

Die HAMK Mustiala Campus Farm ist ein Versuchsbetrieb für ökologische Milchwirtschaft in Finnland, der ein Arbeitsumfeld für Forschungs-, Bildungs- und Innovationsprojekte bietet. Forschungsinstitute, Beratungsdienste und landwirtschaftliche Unternehmen arbeiten mit Mustiala vor Ort zusammen und führen Tests und Forschungsaktivitäten durch, von denen viele mit dem Tierwohlbefinden zu tun haben.

Heute verfügt der Betrieb über 79 Milchkühe, 66 Jungrinder, 20 ha Weideland und einen Freilaufstall und baut auf 185 ha Ackerland eigene ökologische Futterpflanzen an. In Bezug auf das Wohlergehen der Tiere ist der Mustiala-Hof bestrebt, die Bedingungen ständig zu verbessern, und testet Maßnahmen, die von den Landwirten umgesetzt werden können. Die Maßnahmen lassen sich in drei Bereiche gliedern: Infrastruktur, Umwelt und Futtermittel.

Was die Infrastruktur betrifft, so können die Kühe bequem auf Matten im Stall liegen, die mit automatisch eingestreuter Einstreu trocken gehalten werden. Vor dem Futtertrog wurde ein Gummibelag auf dem Spaltenboden installiert. Simo Pärssinen, Rindermanager auf dem Betrieb, erklärt: „In der biologischen Produktion muss die Hälfte der für die Tiere verfügbaren Fläche fest sein. Ein fester Boden wird als vorteilhaft für die Ausdauer der Tiere angesehen“. Im Kälberbereich gibt es Einzelboxen mit festem Boden, warmer Einstreu und Wärmelampen für die jüngsten Kälber. Die Gruppenbuchten haben tiefe Einstreu, fügt Simo hinzu, und „dies bietet eine feste, trockene und warme Oberfläche für die Kälber. Außerdem gibt es weniger Reinigungsarbeit. Die Boxen werden ein paar Mal pro Woche getrocknet“. Es gibt drei Gruppenbuchten für kalbende oder kranke Kühe, so dass sie getrennt gehalten werden können, und es gibt eine Tiefstreu aus Stroh und Torf, die einen rutschfesten, warmen Liegebereich bietet. Es gibt auch ein separates Melksystem, so dass die Kühe zum Melken nicht bewegt werden müssen.

A group of people walking together in a field

Was die Umgebung betrifft, in der die Kühe leben, so haben sie das ganze Jahr über die Wahl, ins Freie zu gehen. In den Sommermonaten gehen sie alle auf die Weide, wo sie auch Zugang zu Waldgebieten haben, die ihnen Schutz bieten. Im Kuhstall können die Abtrennungen der Kälberbereiche entfernt werden, so dass die kleinen Kälber ihre Nachbarn kennen lernen und mit einem Freund in den Gruppenstall umziehen können, was die Suche nach ihrem Platz in der Gruppe weniger stressig macht.

Was die Fütterung betrifft, so werden die Kälber bis zum Alter von drei Monaten mit Vollmilch aus Nuckeleimern gefüttert. Die Weide ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, und die Tiere wechseln täglich zu einem neuen Abschnitt in der Rotation. Jeden Tag neues Gras zu haben, regt sie dazu an, mehr zu grasen.

Auf dem Mustiala-Hof haben die Tiere viel Kontakt zu Menschen. Der Hof veranstaltet viele Tage der offenen Tür. Wie Simo es ausdrückt: „Die Kühe sind ruhig und leicht zu handhaben. Die Studenten haben jede Woche Dienst und so sehen und hören die Tiere die Menschen öfter als in anderen Ställen. Das gewöhnt die Tiere an die Anwesenheit des Menschen und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Manchmal fühlen sie sich aber auch zu sicher, was zu Führungsproblemen zwischen Mensch und Tier führen kann“.

Der Mustalia-Hof ist an den Operationellen Gruppen der EIP-AGRI beteiligt, zum Beispiel am Projekt „Smart Drinking Cup“. Im Rahmen dieses Projekts wird eine Technologie entwickelt, mit der der Wasserverbrauch der Kühe auf individueller Ebene gemessen werden kann. Die Platzierung des intelligenten Trinkbechers liefert auch Informationen über die Bewegungen der verschiedenen Kühe in den verschiedenen Bereichen des Stalls. Die Überwachung der Wassermenge, die eine Kuh trinkt, kann die Chancen verbessern, Abweichungen in Bezug auf das Wohlbefinden, das Verhalten und die Produktion genauer und früher zu erkennen.

Der Betrieb beteiligt sich auch an Aktivitäten mit Projekten und Initiativen aus anderen EU-Ländern, um ihre Ergebnisse auszutauschen und auf breiter Ebene von anderen zu lernen. So ist er beispielsweise einer der Leuchtturm-Betriebe in der paneuropäischen Studie von TP Organics über Living Labs und Leuchtturm-Betriebe im Bio-Sektor in Europa. Im September besuchten die schwedische AKIS-Themengruppe und die finnische AKIS-Themengruppe den Biohof Mustiala. Die Gruppe erfuhr, wie die Zusammenarbeit mit Unternehmen und die Ausbildung in die Studien an der Fachhochschule Häme integriert wurden. Die Operationelle Gruppe „Smart Drinking Cup“ wurde bei dieser Veranstaltung vorgestellt.

Kontaktinformationen

Fotos: Biobauernhof Mustiala