General information
RDP Priority
- P5. Resource efficiency and climate
RDP Focus Area
- 5C: Renewable sources & waste management
RDP Measure
- M04: Investments in physical assets
Beneficiary type
- Farmer / land manager
Summary
Stormskär’s Wind ist ein innovatives Agrar- und Energieprojekt, bei dem eine private Windkraftanlage ein Gewächshaus mit Strom für Wärmepumpen und LED-Beleuchtung versorgt. In Kombination mit Heizschlangen im Meer entsteht so eine bewährte skandinavische Lösung für den ganzjährigen Anbau von Gemüse unter Verwendung lokaler, fossilfreier Energie aus Wind, Wasser und Sonne. Alle Anlagen befinden sich in der Nähe des Bauernhofs im Archipel, wodurch Energieverluste minimiert werden.
Das Herzstück des Systems ist eine speziell für dieses Projekt entwickelte App, die die Energiemanagementsysteme steuert und den Stromverbrauch je nach Wetter und Bedarf optimiert. Dieses Projekt schützt die Ernährungssicherheit und versorgt abgelegene Gemeinden mit Nahrungsmitteln. Es ist außerdem CO₂-freundlich, trägt zur Energiewende in abgelegenen Archipelgebieten bei und bietet somit das Potenzial, andere ländliche Räume zu inspirieren. Für die Zukunft ist eine Verbesserung der Stromspeicherkapazitäten geplant.
Results
- Die von der Windkraftanlage erzeugte Energie löst eine positive Kettenreaktion aus: Die verbesserte Lichtversorgung führt zu einer höheren Produktqualität, zu Gemüse mit natürlichem Geschmack und einer geringeren Klimabelastung, da weniger Pestizide benötigt werden. Dies erhöht sowohl die Attraktivität als auch die Nachhaltigkeit der Produkte.
- Die Lebensmittelproduktionskapazität im Gewächshaus stieg um etwa 30 Prozent. Die wichtigsten angebauten Produkte sind Frühlingszwiebeln, neue Kartoffeln und Blattsellerie.
- Die Projektergebnisse zeigen, wie lokale, wiederverwendete Technologie auf nachhaltige und innovative Weise in einer Archipelumgebung mit begrenzten Ressourcen eingesetzt werden kann.
- Die Energiekosten werden gesenkt, da der Energiebezug um etwa 400.000 kWh zurückgeht. Dadurch wird das Unternehmen wesentlich autarker.
- Die Windkraftanlage kann etwas mehr als 2 Millionen kWh Strom pro Jahr produzieren und deckt damit problemlos den Heiz- und Beleuchtungsbedarf des Gewächshauses während des ganzen Jahres.
Ressourcen
Kontext
Die autonome Region Åland ist ein schwedischsprachiger Teil Finnlands. Sie besteht aus über 6.700 Inseln und liegt südwestlich des Festlandes. Als entmilitarisierte Region verfügt Åland über ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung und hat somit autonome legislative und wirtschaftliche Kontrolle über seine inneren Angelegenheiten.
Die ländlichen Räume Ålands sind lebhaft, und die Region beherbergt einen umfangreichen Cluster für die landwirtschaftliche Verarbeitung. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei etwa 59 Prozent. Viele Unternehmen sind in ländlichen Räumen tätig, die das Rückgrat der Gesellschaft bilden.
Das Gewächshaus von Stormskär liegt weit draußen im Archipel von Åland. Das Projekt zeigt, wie Gemüse ganzjährig mithilfe lokaler, fossilfreier Energie angebaut werden kann. Strom und Wärme stammen aus der eigenen Windkraftanlage des Hofes und aus Heizschlangen im Meer, gewonnen die zusammen das Gewächshaus mit Licht und Wärme versorgen.
Der Transport der großen gebrauchten Windkraftanlage zur Archipelinsel Simskäla war eine logistische Herausforderung. Alle Komponenten mussten zu einem Ort ohne Brückenverbindung transportiert und vor Ort mit begrenzter Infrastruktur montiert werden.
Das Projekt richtete sich in erster Linie an den Gewächshausunternehmer Mikael Lundell, die Kunden des Bauernhofs und die lokale Archipelgemeinschaft. Die Vorteile verteilen sich auf die gesamte Vertriebskette, einschließlich der Zusammenarbeit mit der Erzeugerorganisation Ålands Trädgårdshall. Das Projekt und sein Kontext dienen anderen Landwirten, die lokale Kreislauflösungen wie Meeres- und Windenergie zur Versorgung nachhaltiger Lebensmittelsysteme nutzen möchten, als Inspirationsquelle.
Ziele
Die Ziele des Investitionsprojekts waren:
- die Verringerung der Klimaauswirkungen durch die Nutzung lokaler, erneuerbarer Energiequellen (Wind, Sonne und Wärme aus dem Nordischen Meer)
- die Ermöglichung der ganzjährigen Produktion von Gemüse in einem Gewächshaus ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe
- die Verbesserung der Selbstversorgung Ålands, damit der Archipel für den Fall vorbereitet ist, dass Strom aus keiner anderen Quelle verfügbar ist
- die Steigerung der Produktionsmengen und Verbesserung der Qualität von lokal angebautem Gemüse
- die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten in der von Entvölkerung bedrohten Archipelgemeinde
Das Projekt wurde als Modell für die nachhaltige Energienutzung im ländlichen Raum konzipiert. Es sollte die Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda von Åland unterstützen, insbesondere Ziel 6, das eine deutliche Verringerung der Klimaauswirkungen vorsieht. Das Projekt sollte zudem die regionale Autonomie und Selbstversorgung verbessern, indem es die Produktion lokaler Lebensmittel sowie den Zugang zu lokaler Energie fördert. Dadurch wird die Widerstandsfähigkeit des Archipels im Falle einer Krise erhöht.
Aktivitäten
Das Projekt „Stormskär’s Wind“ wurde in mehreren Phasen umgesetzt. Die Finanzierung der LED-Beleuchtung des Gewächshauses wurde im November 2023 bewilligt, jene der Windkraftanlage im Januar 2024. Zu den wichtigsten Maßnahmen, die mithilfe der Kofinanzierung durch die GAP durchgeführt wurden, gehörten
- Eine gebrauchte Windkraftanlage wurde in Schweden gekauft und auf die Insel Simskäla im Archipel transportiert, was aufgrund der begrenzten Infrastruktur in der Region eine sorgfältige Planung und Logistik erforderte.
- Für den Transport musste eine neue Straße auf einen Hügel gebaut werden, auf dem die Windkraftanlage installiert werden sollte. Es wurde ein solides Fundament gelegt und die Windkraftanlage vor Ort errichtet. Anschließend wurde ein Stromanschluss zur Gewächshausanlage gebaut, um die LED-Beleuchtung und die Wärmepumpen mit Strom zu versorgen. Parallel dazu wurde ein Projekt zur Installation von LED-Leuchten gestartet, um die Nutzung erneuerbarer Energien zu maximieren.
- Die Entwicklung eines intelligenten digitalen Energiemanagementsystems und einer App, die vom Unternehmen selbst erstellt wurde, war ein wichtiger Teil des Projekts. Die Software optimiert den Stromverbrauch auf der Grundlage von Wetterbedingungen, Produktionsniveaus und dem Strombedarf des Gewächshauses. Die Lösung funktioniert nun stabil und ermöglicht eine effiziente Stromnutzung sowie den Verkauf von überschüssigem Strom an das Netz.
Kernresultate
- Die Nahrungsmittelproduktionskapazität im Gewächshaus erhöht sich um ca. 30 % (gewichtsmäßig). Die wichtigsten angebauten Produkte sind Frühlingszwiebeln, neue Kartoffeln und Blattsellerie.
- Die Projektergebnisse zeigen, wie lokale, wiederverwendete Technologien auf nachhaltige und innovative Weise in Archipel-Umgebungen mit begrenztem Zugang zu Festlandressourcen eingesetzt werden können.
- Die Ergebnisse integrieren Energieerzeugung, Gewächshausanbau und digitale Technologie in ein nachhaltiges Modell für die Nahrungsmittelproduktion, das sich sehr gut auf die ländliche Entwicklung in anderen Regionen übertragen lässt.
- Die Energiekosten werden gesenkt, da der Energiebezug um etwa 400.000 kWh zurückgeht, wodurch das Unternehmen wesentlich autarker wird.
- Die Windkraftanlage kann etwas mehr als zwei Millionen kWh Strom pro Jahr produzieren und deckt damit problemlos den Heiz- und Beleuchtungsbedarf des Gewächshauses während des ganzen Jahres. Dies verbessert die Qualität des Gemüses, da Licht während der langen nordischen Winter ein begrenzender Faktor für Quantität und Qualität ist. Die verbesserten Anbaubedingungen reduzieren den Einsatz von Pestiziden, was zu Gemüse mit einem reineren, natürlicheren Geschmack führt. Eine bessere Produktqualität schafft mehr Absatzmöglichkeiten und stärkt die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Projekts.
- Das Projekt trägt zur Produktion von nahrhaften Lebensmitteln mit geringem Klimafußabdruck bei, was die Nachhaltigkeit und das Umweltprofil verbessert. Dies bietet sowohl Verbrauchern als auch Produzenten einen Mehrwert in Form von Umweltbewusstsein und Qualität.
- Die geringere Abhängigkeit von zugekaufter Energie und Pestiziden fördert eine ökologisch nachhaltigere Landwirtschaft und kann auch neue Marktsegmente erschließen, die Wert auf umweltfreundliche Produkte legen.
Wichtige Erkenntnisse
- Stormskär's Wind zeigt, wie lokale, fossilfreie Wind- und Solarenergie eine ganzjährige nachhaltige Gemüseproduktion in einer Archipelumgebung ermöglichen kann.
- Das Projekt kombiniert neue Technologien mit lokalem Wissen und innovativen Lösungen und führt so zu einem hocheffizienten und autonomen System.
- Es ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie kleine Akteure durch die intelligente Nutzung lokaler Ressourcen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Wind und Meer werden dazu beitragen, Lebensmittel effektiv und nachhaltig bereitzustellen.