Good Practice - Inspirational Idea

ARDENT

Hydroponisches Konzept zur Produktion lokaler Lebensmittel mit Nährstoffen aus Kuhmist

Summary

ARDENT wollte die Obst- und Gemüseproduktion in Luxemburg, die derzeit bei nur 5 % liegt, durch die Herstellung von Hydrokulturdünger aus lokalem Dünger steigern. Die Initiative untersuchte eine kreislauforientierte, umweltfreundliche Lösung, um die Abhängigkeit von importiertem Kunstdünger zu verringern und gleichzeitig den Viehzüchtern eine neue Verwendung für überschüssigen Dünger zu bieten.

Die moderne Hydrokultur ist zwar produktiv und verbraucht wenig Wasser, ist aber in hohem Maße auf synthetische Düngemittel angewiesen, die aus Erdgas gewonnen werden – das ist teuer und belastet die Umwelt. In diesem Projekt wurde untersucht, ob sich Gülle aus luxemburgischen Milch- und Fleischbetrieben als lokale, nachhaltige Nährstoffquelle für Hydrokultursysteme eignet.

Unter der Leitung von Fësch Haff Sàrl wurde im Rahmen des Projekts die firmeneigene AMaNDA-Technologie eingesetzt, um Gülle in einen sauberen, nährstoffreichen Dünger umzuwandeln. In einem ersten Versuch (Phase 0) gelang es dem Team, nach nur sieben Tagen eine Nährstofflösung herzustellen, die mit einem Standard-Volldünger (Hoagland-Lösung) vergleichbar ist. Für die Herstellung von 100 Litern Hydrokulturdünger wurden lediglich 7,3 Liter Gülle benötigt, ohne dass es bei der Umwandlung zu unerwarteten Stickstoffverlusten kam.

Der Dünger wurde in einem kleinen Hydrokultursystem getestet, in dem Salat- und Chilipflanzen angebaut wurden. Sowohl der Ertrag als auch die Qualität der Pflanzen übertrafen die konventioneller Hydrokulturen. Die E.-coli-Konzentration in der Nährlösung wurde durch die Ozonbehandlung wirksam reduziert, was die Sicherheit der Pflanzen gewährleistet.

Das Projekt zeigte so nicht nur die technische Machbarkeit, sondern auch das Potenzial, Abfälle zu reduzieren, lokale Lieferketten für Dünger zu schaffen und das Einkommen der Landwirte zu diversifizieren. Weitere Forschungsarbeiten werden die Skalierbarkeit, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die Kontrolle von Krankheitserregern untersuchen.