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EU-Politik-Bootcamp zur Erforschung besserer Indikatoren für ländliche Räume jenseits des BIP, mit zwei Webinaren zu Wohlfahrtsmetriken und zukünftigen EU-Leistungsrahmen für die ländliche Entwicklung.

Ländliche Räume stehen im Mittelpunkt der Ziele der Europäischen Union für territorialen Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und Soziale Eingliederung. Die Indikatoren, die zur Gestaltung, Überwachung und Bewertung der EU-Politik verwendet werden, können jedoch oft nicht die gesamte Komplexität der ländlichen Realitäten erfassen. Traditionelle wirtschaftliche Messgrößen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dominieren nach wie vor die Politikbewertung, während neuere leistungsorientierte Leistungsrahmen zunehmend auf national definierten Indikatoren basieren, die die subregionale Vielfalt und die Lebenserfahrung in ländlichen Räumen außer Acht lassen könnten.

Dieses Politik-Bootcamp reagiert auf den wachsenden Bedarf an aussagekräftigeren, ortsspezifischen Indikatoren als Orientierungshilfe für die Politikgestaltung im ländlichen Raum. Es bringt EU-Institutionen, Forscher und Fachkräfte zusammen, um kritisch zu untersuchen, was gemessen werden sollte, wie es derzeit gemessen wird und wie die Messrahmen verbessert werden könnten, um das Wohlergehen und die Entwicklungsergebnisse im ländlichen Raum besser widerzuspiegeln.

Das Bootcamp gliedert sich in zwei sich ergänzende Webinare, die zusammen ein kohärentes Lern- und Politikreflexionsprogramm bilden:

Webinar A – Über das BIP hinaus: Was (wirklich) zählt (10:00-11:30 Uhr)

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist nach wie vor der wichtigste Leistungsindikator für die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Union, doch es erfasst viele Aspekte nicht, die das Leben der Menschen prägen, insbesondere in ländlichen Räumen. Dimensionen wie Umweltqualität, sozialer Zusammenhalt, Zugang zu Dienstleistungen, Resilienz und subjektives Wohlbefinden sind für den Wohlstand im ländlichen Raum von zentraler Bedeutung, bleiben jedoch in herkömmlichen Wirtschaftsmetriken weitgehend unsichtbar.

Als Reaktion darauf hat die Europäische Union ihre Bemühungen verstärkt, „über das BIP hinauszugehen“, indem sie ergänzende Indikatoren entwickelt hat, die nachhaltiges und inklusives Wohlbefinden widerspiegeln, und Instrumente wie den Index für nachhaltiges und inklusives Wohlbefinden vorangetrieben hat, der das BIP ergänzen soll.

Ergebnisse des GRANULAR-Projekts zum Wohlbefinden in ländlichen Räumen zeigen, dass das Wohlbefinden und die Lebensqualität in ländlichen Räumen von einer komplexen Mischung aus sozialen, ökologischen, psychologischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängen. Viele ländliche Gemeinden profitieren zwar von starken sozialen Bindungen und einem Gefühl der Zugehörigkeit, stehen aber auch vor spezifischen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Zugang zu Dienstleistungen, Benachteiligung und Entwicklungsopfern. Dieses Webinar zielt darauf ab, Initiativen auf EU-Ebene, die über das BIP hinausgehen, mit detaillierten, ortsbezogenen Erkenntnissen zu verbinden und zu untersuchen, wie wohlfahrtsorientierte Messgrößen die Politikgestaltung im Bereich der ländlichen Entwicklung und der Raumordnung besser beeinflussen können.

Webinar B – Leistungsindikatoren im neuen MFR: Was bedeuten sie für die Zukunft der ländlichen Räume? (11:30-13:00 Uhr)

Der vorgeschlagene mehrjährige Finanzrahmen (MFR) 2028–2034 führt einen neuen Leistungsrahmen ein, der die EU-Finanzierung enger an Indikatoren, Meilensteine und Ziele knüpft. Gleichzeitig werden die Ziele der ländlichen Entwicklung durch nationale und regionale Partnerschaftspläne (NRPP) zunehmend in die allgemeine Kohäsions- und Strukturpolitik integriert.

Dieser integrierte Ansatz kann zwar die Koordinierung zwischen den Fonds verbessern, wirft aber auch Bedenken für ländliche Räume auf. Viele Leistungsindikatoren werden auf nationaler Ebene definiert, was es schwierig macht, lokale und subregionale Auswirkungen zu erfassen oder die Vielfalt der ländlichen Gebiete widerzuspiegeln. Dies birgt das Risiko, dass ländliche Prioritäten bei leistungsbezogenen Finanzierungsentscheidungen nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Eine stärkere Fokussierung auf detaillierte, ortsbezogene Daten und die Berücksichtigung ländlicher Belange ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Politik auf die Realitäten der verschiedenen ländlichen Räume eingeht und Einheitsansätze vermieden werden.

Dieses Webinar zielt darauf ab, zu untersuchen, wie sich der neue Leistungsrahmen auf den ländlichen Raum auswirkt, Lücken in den bestehenden Indikatoren zu identifizieren und zu erörtern, wie DETAILLIERTE Daten, darunter Instrumente wie der GRANULAR Rural Compass und neue Daten zur Attraktivität und Wahrnehmung des ländlichen Raums, eine ländlichere Politikgestaltung, -überwachung und -bewertung im Rahmen des neuen MFR unterstützen können.

Additional info

Organiser

AEIDL on behalf of the GRANULAR project

Interessenverteter der EU