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Agri-Hackathon

Tech for Agriculture war ein datenorientierter Hackathon, der im Juni 2018 in Estland stattfand.

Summary

Der Hackathon hatte zum Ziel, frische und innovative Ideen zu sammeln und neue Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der Landwirtschaft zwischen den Niederlanden und Estland zu schaffen. Landwirte, Ingenieure, Datenwissenschafter und Entwickler „spielten“ mit Daten, um Ideen für neue Anwendungen zu entwickeln und anschließend vorzustellen. „Wir haben ein Tool zur Überwachung der Flächennutzung mithilfe von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz entwickelt“, erklärt Madhusudhan Srinivasa, einer der Entwickler.

Derzeit gibt es viele spannende Entwicklungen in der Agrartechnologiebranche. Die Technologie liefert Lösungen für die aktuellen Herausforderungen, denen sich der Sektor gegenübersieht. So entwickeln Biotech-Start-ups neue, besonders ertragreiche Nutzpflanzen, Hardware-Unternehmen kämpfen gegen Dürre, Start-ups arbeiten an datenbasierten Lösungen.

Vom 8. bis zum 10. Juni 2018 fand in Tallinn (Estland) der erste „Garage48 Tech for Agriculture Hackathon” statt. Das Ziel eines Hackathons ist es, dass Menschen in Gruppen für einen kurzen Zeitraum intensiv zusammenarbeiten, um ein neues technisches Produkt oder eine neue Anwendung zu entwickeln. Es handelt sich um einen Wettbewerb, bei dem am Ende der Veranstaltung ein Gewinner gekürt wird.

Unter den 95 Teilnehmern befanden sich Landwirte, Ingenieure, Datenscrapers, Datenwissenschafter, Datenvisualisierer, Backend- und Frontend-Entwickler, UI/UX-Designer, Business-Visionäre sowie Marketing-Spezialisten. Sie kamen aus Estland, den Niederlanden, den USA und vielen anderen Ländern. Bei ihrer Ankunft erfuhren sie ihre Aufgabe: „Ihr habt 48 Stunden Zeit, um die Landwirtschaft zu verändern”.

Der erste Tag begann mit einer Ideenpräsentation für neue technologische Lösungen. Die Teilnehmer konnten dann auswählen, an welcher Idee sie arbeiten wollten, und bildeten Gruppen zu neun der vorgestellten Ideen. Den Teilnehmern wurden Datenbanken sowohl aus estnischen (Landwirtschaftliches Forschungszentrum, Landwirtschaftliches Register- und Informationsamt (Zahlstelle), Landamt) als auch aus niederländischen (niederländisches Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität, Universität Wageningen) Institutionen zur Verfügung gestellt, damit sie ihre Technologie besser auf reale Probleme ausrichten konnten.

Madhusudhan Srinivasa, Entwickler, erzählt: „Sobald die Teams gebildet waren, haben wir mit der Entwicklung begonnen. Es gab regelmäßige Checkpoints, bei denen wir den Mentoren und der Jury den Fortschritt zeigten. Außerdem gab es ein Training für die Präsentation von Ideen. Ich glaube, das hat vielen Teams geholfen, sich gut vorzubereiten und etwas zu entwickeln, das nutzbar ist und am Ende wirklich funktioniert.“

Am Ende des letzten Tages hatten die Gruppen drei Minuten Zeit, um einen funktionierenden Prototyp vorzustellen.

Hier sind nur einige der Lösungen, die während der Veranstaltung entwickelt/verbessert wurden:

  • Bird’s AI: Überwachung der Flächennutzung mithilfe von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz
  • Dude! Where's my Tractor?: Gemeinsame Nutzung von Landmaschinen durch Landwirte
  • BuzzUp: „Shazam für Bienen”, das den Verlust von Bienenvölkern verhindert, indem es Anomalien anhand des Summens der Bienen erkennt.

Madhusudhan arbeitete mit Bird’s AI zusammen: „Wir haben ein Tool zur Überwachung der Flächennutzung mithilfe von Satellitendaten und künstlicher Intelligenz entwickelt. Wir haben die Region Tallinn mithilfe der estnischen Datenbank kartiert und krautreiche Wiesen analysiert. Das Produkt hat viel Potenzial, beispielsweise zur Ermittlung des Ausmaßes von Entwaldung und Wüstenbildung oder zur Durchführung von Konformitätsprüfungen, um festzustellen, ob der Landwirt tatsächlich das anbaut, was er angibt, wodurch alle manuellen Kontrollen, die man durch Besuche vor Ort durchführen müsste, entfallen.”

„Wir haben den Hackathon gewonnen und [zusammen mit zwei anderen Gewinnern] vor dem König der Niederlande und dem Präsidenten Estlands präsentiert, was wirklich cool war!“ Die Gruppenmitglieder arbeiten weiterhin zusammen, um das Tool weiter zu verbessern.

Der Hackathon wurde von Garage48, der niederländischen Botschaft in Estland, dem estnischen Ministerium für ländliche Angelegenheiten und der Estnischen Universität für Lebenswissenschaften, dem niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität sowie der estnischen Landwirtschafts- und Handelskammer organisiert.