Practice Abstract - Research and innovation

We needed to talk about fish

Gesprächsthema Fisch

Where are the problems and how can they be solved?
A significant proportion of the fish that ends up in the nets does not find its way onto our plates. Although the figures for how high this proportion should be estimated vary considerably in the scientific literature, according to some estimates every second fish caught is not ultimately consumed by humans. There are no current and exact figures on what proportion of fish is lost in the German market for human consumption. 

In the LOWINFOOD project, we did not aim to collect more precise data for the fish value chain in Germany. Rather, we wanted to talk to stakeholders, and bring these people, companies and organizations into conversation with each other - from fishing to processing and refinement, wholesale and logistics to retail and catering; participants from science as well as civil society and government institutions also took part. The goal was to better understand where the losses are particularly high and which strategies and measures could lead to an improvement in the situation. 

The stakeholder dialogue was conducted as two formats: 1. Interviews in which experts presented their views on problems and possible solutions in the field of fish in detail. And 2. Workshops in which the interviewees and other experts were able to discuss with each other. The participants of the stakeholder workshop emphasise that relatively small amounts of waste are generated in the steps of the value chain that is important for Germany (especially processing, transport, wholesale and retail trade and catering). This is mainly justified by increased fish prices, meaning no company has an interest in unnecessary losses. If losses do occur, this is often due to the lack of (skilled) workers. This shortage should be combated through more attractive working conditions and policy measures. In the upstream and downstream stages of the value chain (upstream: fishing, mostly by foreign fleets and often in developing countries; downstream: consumption in private households) large amounts of waste are generated. It is up to companies and politics to influence these stages, for example through better coordination with fisheries in the Global South and support for the introduction of sustainability labels such as MSC; and also through better nutrition education that enables people to use the valuable resource of fish appropriately and as completely as possible.

Wo liegen die Probleme und wie lassen sie sich lösen?
Ein erheblicher Teil des Fischs, der in den Netzen landet, findet nicht den Weg auf unsere Teller, wobei die Angaben, wie hoch dieser Anteil einzuschätzen ist, in der wissenschaftlichen Literatur deutlich auseinandergehen, bis hin zur Schätzung, dass jeder zweite gefangene Fisch am Ende nicht von Menschen verzehrt wird. Aktuelle und exakte Zahlen, welcher Anteil des Fisches im deutschen Markt für den menschlichen Verzehr verloren geht, gibt es nicht.
Im LOWINFOOD-Projekt haben wir nicht darauf abgezielt, genauere Daten für die Wertschöpfungskette Fisch in Deutschland zu erheben. Vielmehr wollten wir mit Stakeholdern, also Anspruchsgruppen oder Interessengruppen, ins Gespräch kommen und diese Personen, Unternehmen und Organisationen miteinander ins Gespräch bringen – von der Fischerei über die Verarbeitung und Veredelung, Großhandel und Logistik bis zu Einzelhandel und Gastronomie; dazu kamen Teilnehmende aus der Wissenschaft sowie zivilgesellschaftlichen und staatlichen Institutionen. Ziel war, besser zu verstehen, an welchen Stellen besonders viele Verluste entstehen, und welche Strategien und Maßnahmen zu einer Verbesserung der Lage führen könnten.
Der Stakeholderdialog stützte sich vor allem auf zwei Formate: 1. Interviews, in denen Expertinnen und Experten ausführlich ihre Sicht auf Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Themenfeld Fisch darstellen konnten. Und 2. Workshops, in die interviewten Personen sowie weitere Expertinnen und Experten miteinander diskutieren konnten. Die Teilnehmenden am Stakeholderworkshop betonen, dass in dem Bereich der Wertschöpfungskette, der für Deutschland besonders wichtig ist (vor allem Verarbeitung, Transport, Groß- und Einzelhandel und Gastronomie) relativ geringe Abfallmengen anfallen. Dies wird vor allem damit begründet, dass Fisch sehr teuer geworden ist und daher kein Unternehmen ein Interesse an unnötigen Verlusten hat. Wenn es doch zu Verlusten kommt, hat das oft mit dem Fach- und Arbeitskräftemangel zu tun, der durch attraktivere Arbeitsbedingungen und politische Maßnahmen bekämpft werden sollte. In den vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette (vorgelagert: Fischerei, meist von ausländischen Flotten und oft in Entwicklungsländern; nachgelagert: Konsum in den Privathaushalten) hingegen fallen großen Abfallmengen an. Hier gilt es für Unternehmen und Politik, Einfluss auf diese Stufen zu nehmen, beispielsweise durch eine bessere Koordination mit der Fischerei im Globalen Süden und der Unterstützung bei der Einführung von Nachhaltigkeitssiegeln wie MSC; zudem durch eine bessere Ernährungsbildung, die Menschen dazu befähigt, die wertvolle Ressource Fisch angemessen und möglichst vollständig zu verwerten.

Source Project
LOWINFOOD: Multi-actor design of low-waste food value chains through the demonstration of innovative solutions to reduce food loss and waste
Ongoing | 2020-2025
Main funding source
Horizon 2020 (EU Research and Innovation Programme)
Geographical location
Italy
Project details