Diese thematische Gruppe (TG) bot die Gelegenheit, die Rolle der GAP bei der Förderung eines fairen und inklusiven Übergangs zu einem nachhaltigeren System für Agrarlebensmittel zu untersuchen.

Stages of transformation from caterpillar to butterfly

Die europäische Landwirtschaft befindet sich an einem kritischen Punkt. Der Sektor steht unter dem zunehmenden Druck des Klimawandels, des Verlusts der Biodiversität, volatiler Märkte und sozialer Ungleichheiten, die allesamt die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Gemeinschaften und die Nachhaltigkeit der Lebensmittelsysteme bedrohen. Es bedarf eines neuen systemischen Ansatzes, der ökologische Ambitionen mit sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbindet und es dem Agrarlebensmittelsektor ermöglicht, innerhalb der planetaren Grenzen widerstandsfähiger gegen diese Erschütterungen zu werden.

Um das notwendige Ausmaß des Wandels zu erreichen, sind erhebliche Veränderungen erforderlich, die auf faire und gerechte Weise durchgeführt werden müssen. Das Konzept des gerechten Übergangs im Agrarlebensmittelsystem soll sicherstellen, dass die Umwelt- und Klimaziele erreicht werden, ohne soziale oder wirtschaftliche Ungleichheiten zu verschärfen. Das Konzept wurde am häufigsten im Zusammenhang mit der Klima- und Energiepolitik verwendet, wird aber zunehmend auch auf die Landwirtschaft und den Agrarlebensmittelsektor angewandt. Es erfordert einen integrierten, koordinierten und ganzheitlichen Ansatz bei der Gestaltung und Umsetzung politischer Maßnahmen, um ökologische, wirtschaftliche und soziale Bedürfnisse auf kohärente und gerechte Weise zu berücksichtigen. Die Beteiligung aller Betroffenen an der Suche nach Lösungen ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts, wobei besonderer Wert darauf gelegt wird, dass die Stimmen der marginalisierten Gruppen gehört werden und dass die Übergangswege niemanden zurücklassen.

Die GAP kann eine wichtige Rolle bei der Unterstützung des systemischen Wandels spielen, der erforderlich ist, um die aktuellen Herausforderungen im Agrarlebensmittelsystem zu bewältigen, wenn die Unterstützung angemessen strukturiert und gestaltet ist und Lösungen in Betracht gezogen werden, die die Bedürfnisse des Agrarlebensmittelsektors ganzheitlich berücksichtigen. Die GAP ist zwar die Hauptfinanzierungsquelle für den Sektor, kann aber nicht alle Lösungen allein bieten. Andere Politiken, Interessenvertreter und marktgestützte Initiativen, wie z. B. handelspolitische Maßnahmen, Akteure der Wertschöpfungskette und neue Marktmechanismen, müssen ebenfalls ihren Beitrag leisten. Um wirksam zu sein, müssen diese Bemühungen aufeinander abgestimmt sein und kohärent umgesetzt werden.

Diese Arbeitsgruppe bot einer engagierten Gruppe von Experten und relevanten Interessenvertretern die Gelegenheit, die Rolle der GAP bei der Förderung eines fairen und inklusiven Übergangs zu einem nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Agrarlebensmittel-System zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurde geprüft, wie Fairness und Nachhaltigkeit sowohl in der aktuellen Periode als auch in Zukunft in die Umsetzung der GAP und der damit verbundenen Instrumente eingebettet werden können. Sie befasste sich mit der Notwendigkeit kohärenter Ansätze, die Klima- und Umweltziele mit sozialen und wirtschaftlichen Realitäten in Einklang bringen und sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird. Die Arbeitsgruppe erörterte, wie die GAP-Strategiepläne genutzt werden können, um Klima- und Umweltanforderungen zu erfüllen, ohne soziale oder wirtschaftliche Ungleichheiten zu verstärken, und um Landwirte und ländliche Gemeinschaften beim Aufbau von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.

Ziele

Um dies zu erreichen, stützt sich die TG auf Erkenntnisse früherer Thematischer Gruppen und verfolgte folgende Ziele:

  • die Untersuchung, wie das Spektrum der GAP-Interventionen genutzt werden kann, um eine systemische Transformation des Agrarlebensmittelsystems entlang verschiedener Pfade zu fördern und so einen gerechten Übergang zu gewährleisten
  • die Erörterung und Ermittlung von Möglichkeiten für die Ausweitung integrierter und kohärenter Ansätze für einen gerechten Übergang durch eine verbesserte Gestaltung und Umsetzung der GAP-Regelungen und die Frage, wie diese am besten in Synergie mit anderen Instrumenten außerhalb der GAP funktionieren
  • die Ermittlung und der Austausch von Beispielen für Bewährte Praktiken und Fallstudien von Ansätzen, die einen gerechten und integrativen Übergang ermöglichen, die von den Mitgliedstaaten gemeinsam genutzt und möglicherweise nachgeahmt werden können

Die TG setzte sich aus einer kleinen (etwa 40 Personen), aber engagierten Gruppe repräsentativer, gut informierter und engagierter Interessenvertreter zusammen, darunter politische Entscheidungsträger und Verwaltungsbeamte auf regionaler und nationaler Ebene (einschließlich Verwaltungsbehörden und Zahlstellen), Begünstigte wie Landwirte und landwirtschaftliche Organisationen, Lokale Aktionsgruppen (LAG), Operationelle Gruppen (EIP), Berater, Forscher, nationale GAP-Netzwerke (NNs) sowie weitere relevante Interessenvertreter aus den Bereichen Landwirtschaft und Umwelt. Die Teilnehmer verpflichten sich, an zwei Sitzungen und damit zusammenhängenden Aktivitäten teilzunehmen, um vielfältige Perspektiven und aktive Beiträge zur Erreichung der Ziele der Thematischen Gruppe zu gewährleisten.

  • Die erste Sitzung fand am 13. März 2026 (vormittags) online statt.
  • Die zweite Sitzung fand am 10. Juni 2026 (ganztägig) in Brüssel statt.