Zweiter thematischer Bericht zur Bewertung der Kommunikation der LAG Aostatal und des LEADER-Mehrwerts
Der Bericht untersucht, wie lokale Aktionsgruppen (LAG) ihre Rolle und ihren Mehrwert gegenüber den Interessenvertretern im Aostatal, Italien, vermitteln. Ziel ist es, die Stärken, Wissenslücken und Schlussfolgerungen für zukünftige Kommunikationsstrategien zu ermitteln.
- Italien
- Programming period: 2014-2022
- Umweltauswirkungen
Der Bericht ist die zweite thematische Bewertung der Kommunikation im Rahmen der Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum (EPLR) 2014–2022 der autonomen Region Aostatal in Italien. Er knüpft an den thematischen Bericht von 2018 an und untersucht sowohl die Wirksamkeit der Kommunikationskanäle als auch die Wahrnehmungen der Interessenvertreter, die sich während der Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie (LES) gebildet haben.
Ziel der Bewertung ist es, die Kommunikationskapazität, die territoriale Rolle und den Mehrwert der LAG in sechs gemeinsam mit der LAG definierten Dimensionen zu bewerten: Identität, Fähigkeit zur Bedarfsermittlung durch Programmplanung, Vertretung der Interessen der Gemeinschaft, Subsidiarität (Nähe und Unterstützung lokaler Akteure), Projektqualität sowie der Mehrwert der geförderten Projekte.
Es wurde ein gemischter Methodenansatz angewendet. Im Rahmen einer Medienanalyse wurden die Kommunikationsergebnisse der Institution untersucht, wobei die Website als zentrale Inhaltsplattform sowie die Aktivitäten in den sozialen Medien berücksichtigt wurden; mithilfe statistischer Analysen wurden Zusammenhänge zwischen Kanälen, Nachrichtentypen und Themen ermittelt. Die Wahrnehmungen wurden über einen speziellen Fragebogen auf der Grundlage von Wert-Distanz-Skalen erfasst, da es schwierig ist, unterschiedliche Interpretationen allein durch Interviews oder Fokusgruppen zu erfassen. Die Umfrage wurde zwischen Ende November und Ende Dezember 2023 als computergestützte Web-Befragung (CAWI) durchgeführt und lieferte 99 Antworten von verschiedenen lokalen Akteuren, darunter Vertreter der Kommunalverwaltung, Fachleute, Unternehmer und Bürger. Die quantitative Analyse kombinierte deskriptive Statistiken zu Kommunikationskanälen mit multivariaten Verfahren, darunter Hauptkomponenten- und Faktorenanalyse, um die Befragten in einem Werte-Raum zu positionieren und Muster über die sechs Dimensionen der Bewertung hinweg zu identifizieren.
Insgesamt tendieren die Einschätzungen der Interessenvertreter dazu, sich um neutrale Positionen (55 %) zu gruppieren, wobei positive Bewertungen (27 %) die negativen (15 %) überwiegen. Die Wahrnehmung ist positiver, was die Programmplanungskapazität der LAG und die Vertretung lokaler Interessen angeht. Kritischer geäußert werden Ansichten zur Rolle der LAG im Verhältnis zu den Gemeinden, zur Subsidiarität sowie zur Qualität und zum Mehrwert der Projekte, insbesondere seitens der Unternehmen. Gemeinden und Gemeindeverbände zeigen sich zurückhaltend und sehen teilweise Überschneidungen mit lokalen Verwaltungsaufgaben, während Unternehmen trotz Anerkennung der Unterstützungsfunktion der LAG negative Ansichten zu den Projektergebnissen äußern.
Die Bewertung hebt die Beteiligung der Gemeinden an den LAG-Versammlungen hervor und zeigt eine klare Erwartung, dass sich die LAG eher auf die Programmplanung und Auszahlung konzentrieren sollte als auf eine umfassendere Steuerung. Die Konzentration der Fördermittel auf eine begrenzte Anzahl von Sektoren im Zeitraum 2014–2022 wird als ein Faktor identifiziert, der zu negativen Einschätzungen bei den Unternehmen beiträgt. Die Empfehlungen betonen daher die Stärkung einer gezielten Kommunikation über private Vorstandsmitglieder und Branchenverbände sowie den effektiveren Einsatz von Instant-Messaging-Tools und sozialen Medien (z. B. Instagram) und interaktiven Formaten. Eine stärkere Beteiligung der Kommunen an der Entscheidungsfindung wird gefördert, ebenso wie maßgeschneiderte Unterstützungs- und Animationsmaßnahmen für öffentliche und private Begünstigte.
Author(s)
Lattanzio KIBS