„Entschlossenheit, Selbstvertrauen und Flexibilität“ sind für Neueinsteiger unerlässlich, um eine erfolgreiche Übernahme zu gewährleisten
- Innovation, Wissensaustausch & EIP-AGRI
- Wachstum, Beschäftigung und Gleichstellung in ländlichen Gebieten
- Generationswechsel
- Ausbildung
Der Einstieg in die Landwirtschaft verlief für Magdalena und Christoph nicht ganz reibungslos, doch dank ihrer Tatkraft und Leidenschaft gelang es ihnen, Hindernisse zu überwinden und sich an neue Situationen anzupassen.
- Deutschland
Magdalena und Christoph Zelder waren zwei junge Agrarwissenschaftler, als sie den Sprung wagten und einen Milchviehbetrieb in Wittlich im Westen Deutschlands von einem in den Ruhestand tretenden Landwirt kauften und übernahmen. Magdalena erzählt uns, dass „Entschlossenheit, Selbstvertrauen und Flexibilität“ von Anfang an entscheidend für ihren Erfolg als Neueinsteiger in der Landwirtschaft waren. Ihr Weg war nicht immer einfach, doch fast 13 Jahre später entwickeln sie den landwirtschaftlichen Betrieb innovativ weiter und passen ihn bei Bedarf an. Im Jahr 2026 wird das Paar eine Kindertagesstätte auf dem Hof eröffnen, um die dringend benötigte Kinderbetreuung im ländlichen Raum anzubieten und den Generationswechsel zu unterstützen.
Diversifizierung war der Schlüssel: „Mehrere Einnahmequellen können entscheidend sein, wenn die Milchpreise niedrig sind“, sagt Magdalena. Daher betreiben Magdalena und Christoph neben der Milchproduktion eine Reihe von Bildungsangeboten. Sie glauben daran, Kindern die Realitäten der Landwirtschaft näherzubringen, und an die Kraft des Bauernhofs als Ort des Lernens. Die neue Kindertagesstätte baut auf diesem Bildungsangebot auf und ist zudem ein Projekt zur Stärkung von Frauen, wie Magdalena erklärt: „In ländlichen Räumen müssen junge Frauen allzu oft ihre Karriere zurückstellen. Wir wollen eine lokale Kinderbetreuungslösung für Junglandwirte und Landbewohner bieten.“
Eine weitere diversifizierte Einnahmequelle ist ein Programm der Kommunalverwaltung; der Hof erhält Geld für die Annahme von lokalem Gartenabfall, den sie in Kompost für ihre Ackerflächen umwandeln. Mehrere Jahre lang produzierten und verkauften sie auch Eier direkt auf dem Hof; aus gesundheitlichen Gründen beschlossen sie jedoch, diese Tätigkeit einzustellen.
Als Christoph und Magdalena 2013 beschlossen, ihren landwirtschaftlichen Betrieb zu gründen, war die Suche nach einem geeigneten Standort ihre erste Hürde. Obwohl beide aus landwirtschaftlichen Familien stammen, war es nicht möglich, die elterlichen Höfe zu übernehmen. Nach mehreren Jahren der Suche und einem gescheiterten Versuch eine landwirtschaftliche Partnerschaft zu gründen, waren sie fast bereit aufzugeben. Doch durch Zufall traf Christophs Vater einen lokalen Milchbauern, der kurz vor der Pensionierung stand und seinen Hof verkaufen wollte.
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