Publikation - Bewertung Experteneinblicke |

GAP-Bewertungseinblicke: Ökologische Landwirtschaft

Diese Veröffentlichung enthält eine Zusammenfassung der Bewertungen aus der GAP-Bewertungsdatenbank mit Schwerpunkt auf ökologischer Landwirtschaft. Sie bietet neue Perspektiven für die Verbesserung der Konzeption und Durchführung künftiger Bewertungen in diesem Bereich.

  • Programming period: 2014-2022
  • Umweltauswirkungen
Report - CAP Evaluation Insights: organic farming

Diese Ausgabe von „CAP Evaluation Insights“ bietet eine detaillierte Zusammenfassung von 60 Bewertungen, die zwischen 2018 und 2025 von den Mitgliedstaaten und dem Vereinigten Königreich durchgeführt wurden und sich auf die Wirksamkeit der GAP-Förderung für die ökologische Landwirtschaft konzentrieren. Diese Bewertungen untersuchen, wie Programme zur Entwicklung des ländlichen Raums (EPLR) – insbesondere die von 2014 bis 2022 umgesetzte Maßnahme 11 – zur Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft sowie zu deren ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen beigetragen haben.

Diese Bewertungen liefern zwar wertvolle Erkenntnisse über die Wirksamkeit der GAP-Förderung für die ökologische Landwirtschaft, zeigen aber auch erhebliche methodische und datenbezogene Herausforderungen auf.

Die eingehende Bewertung ausgewählter Bewertungen ergab eine große Vielfalt an Methodiken. Zu den quantitativen Ansätzen gehörten ökonometrische Techniken wie Differenz-in-Differenzen, Panelregressionen und Matching-Algorithmen für kontrafaktische Analysen, die häufig durch räumliche Analysen ergänzt wurden. Qualitative Methoden – Umfragen, Interviews und Fallstudien – erfassten die Erfahrungen der Landwirte und kontextuelle Faktoren. Einige Bewertungen, beispielsweise aus Lettland und Schleswig-Holstein, zeichneten sich durch eine hohe methodische Stringenz aus, indem sie Paneldaten mit ökonometrischen Analysen kombinierten, um die Auswirkungen der Fördermaßnahmen für den ökologischen Landbau zu isolieren.

Der Bericht unterstreicht die Bedeutung eines dual ausgerichteten Bewertungsrahmens, der auf einer klaren Interventionslogik basiert. Dieser Rahmen sollte zwischen einer Umsetzungsanalyse – bei der die Akzeptanzraten, Zahlungsniveaus und Förderkriterien untersucht werden – und einer Wirkungsbewertung unterscheiden, bei der der Beitrag der ökologischen Landwirtschaft zu den Zielen der GAP wie Erhaltung der Biodiversität, Klimaschutz und ländliche Entwicklung bewertet wird.

Es zeigten sich mehrere wiederkehrende methodische Herausforderungen. Die größte davon war die Schwierigkeit, zuverlässige kontrafaktische Szenarien für einen unvoreingenommenen, angemessenen Vergleich zu erstellen. Viele Bewertungen hatten Schwierigkeiten, Kausalitäten festzustellen und die beobachteten Ergebnisse genau den GAP-Interventionen zuzuordnen, insbesondere wenn sich mehrere Agrarumweltmaßnahmen überschnitten. Die Basisdaten waren oft unvollständig oder wurden nachträglich erstellt, was die Aussagekraft von Vorher-Nachher-Vergleichen einschränkte.

Es wurden auch Bedenken hinsichtlich der Zusätzlichkeit und der Deadweight-Effekte geäußert, wobei in einigen Bewertungen die Frage aufgeworfen wurde, ob die Förderung tatsächlich Anreize für eine neue Einführung schuf oder lediglich bestehende Praktiken subventionierte. Gleichzeitigkeitsverzerrungen erschwerten die Analyse zusätzlich, da sich Biobetriebe oft systematisch von konventionellen Betrieben in Bezug auf Lage, Größe und Bewirtschaftungsintensität unterschieden.

In den Bewertungen wurde häufig berichtet, dass es schwierig sei, Förderdatenbanken mit Registern für Biobetriebe zu verknüpfen und Umweltüberwachungsdaten zu integrieren. Der Mangel an georeferenzierten Daten und die begrenzte Langzeitüberwachung erschwerten die Durchführung kontrafaktischer Analysen und die Verfolgung von Veränderungen im Zeitverlauf – insbesondere für die Bewertung der Dauerhaftigkeit ökologischer und wirtschaftlicher Vorteile.

Um diese Einschränkungen zu überwinden, empfehlen Experten eine Verbesserung der Datenintegration, den Aufbau von Paneldatensätzen und die Verbesserung der Qualität und Granularität der Indikatoren.

Die Entwicklung klarer Interventionslogiken wird als wesentlich angesehen, um die Zuverlässigkeit und politische Relevanz künftiger Bewertungen zu verbessern.

Die Berücksichtigung dieser Punkte wird von entscheidender Bedeutung sein, um sicherzustellen, dass künftige Bewertungen die Wirksamkeit politischer Maßnahmen genauer messen und den Beitrag der ökologischen Landwirtschaft zu den Nachhaltigkeitszielen optimieren können.

Author(s)

EU CAP Network supported by the European Evaluation Helpdesk for the CAP

Ressourcen

Documents

English language

Report - CAP Evaluation Insights: organic farming

(PDF – 2.26 MB – 27 pages)