Bewertung der Stellung der Landwirte in der Lebensmittelkette
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- Sozioökonomische Auswirkungen
- GAP-Strategiepläne
- Wirtschaftliche Auswirkungen
Diese Leitlinien zeigen auf, warum die Zusammenarbeit der Landwirte, Qualitätssicherungssysteme, kurze Wertschöpfungsketten und kohärente GAP-Instrumente – bewertet anhand solider, auf gemischten Methoden basierender Bewertungen – entscheidend sind, um die Wertschöpfung und die Verhandlungsmacht zu steigern und damit die Position der Landwirte in der Lebensmittelkette zu stärken.
- Programming period: 2023-2027
- Sozioökonomische Auswirkungen
Die Stärkung der Position der Landwirte in der Lebensmittelkette ist für ein gerechteres und widerstandsfähigeres Agrar- und Ernährungssystem von entscheidender Bedeutung. Diese Leitlinien wurden im Rahmen der thematischen Arbeitsgruppe zum Thema „Bewertung des Beitrags der GAP zur Position der Landwirte in der Lieferkette für Lebensmittel“ erarbeitet, die vom EU-GAP-Netzwerk mit Unterstützung des Europäischen Evaluierungs-Helpdesks für die GAP zwischen März und Dezember 2025 organisiert wurde. Das Hauptziel dieser thematischen Arbeitsgruppe bestand darin, praktische Leitlinien zu entwickeln, die den Verwaltungsbehörden und/oder Evaluatoren dabei helfen sollen, zu beurteilen, ob sich die Stellung der Landwirte in der Lieferkette durch die GAP verbessert hat.
Die Stellung der Landwirte in der Lieferkette wird nicht allein durch Preise oder Einkommen bestimmt. Um dem Einfluss externer Faktoren (z. B. Markttransparenz oder -konzentration) entgegenzuwirken, können Landwirte verschiedene Strategien umsetzen. Da diese Strategien eng miteinander verknüpft sind, müssen sie gemeinsam analysiert werden. Die Leitlinien „Bewertung der Stellung der Landwirte in der Lebensmittelkette“ fördern einen umfassenden Ansatz, der eine Reihe von analytischen Dimensionen abdeckt, die sich aus der Interventionslogik der GAP ableiten. Die Stärke dieses Ansatzes liegt darin, die dynamischen Verflechtungen zwischen den Dimensionen anzuerkennen und zu verstehen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen.
Eine zentrale Botschaft lautet, dass die Maßnahmen der GAP-Strategiepläne und die Bestimmungen der gemeinsamen Marktorganisation (GMO) gemeinsam die Position der Landwirte beeinflussen. Finanzielle Unterstützung, regulatorische Rahmenbedingungen und Marktregeln wirken in der Praxis zusammen, und ihre kombinierten Auswirkungen sind oft wichtiger als einzelne Maßnahmen. Bewertungen, die die GAP als Ganzes betrachten, liefern ein klareres Bild davon, wie sich politische Entscheidungen in echte Verbesserungen für die Landwirte umsetzen lassen.
Die Leitlinien identifizieren drei Hauptstrategien, durch die die GAP etwas bewirken kann: die Zusammenarbeit der Landwirte, insbesondere durch Erzeugerorganisationen und kollektives Handeln; die Teilnahme an Qualitätsprogrammen und ökologischer Erzeugung, wodurch Differenzierung und ein höherer Mehrwert gefördert werden; die Entwicklung kurzer Lieferketten, die Reduzierung von Zwischenhändlern und die Stärkung lokaler Marktverbindungen. Diese Wege können die Position der Landwirte in der Wertschöpfungskette stärken, indem sie ihre Verhandlungsmacht erhöhen und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verbessern.
Die Leitlinien enthalten Empfehlungen für die Verwaltungsbehörden, den Bewertungsumfang an die spezifische Ausgestaltung und die Prioritäten ihres nationalen GAP-Strategieplans anzupassen und die relevanten analytischen Dimensionen im Einklang mit den Bewertungszielen auszuwählen.
Die Stärkung der Position der Landwirte ist ein dynamischer Prozess. Um die kausalen Auswirkungen der GAP-Instrumente auf die Leistung der Landwirtschaft zu ermitteln, müssen unter Umständen Zwischenschritte berücksichtigt werden. Entscheidungen auf Betriebsebene können weitreichende Veränderungen in der Organisation der Lieferkette auslösen, was zu verbesserten Verträgen, einer Konzentration des Angebots, vertikaler Integration und letztlich zu einem höheren Mehrwert führt.
Um diese Effekte zu erfassen, empfehlen die Leitlinien Bewertungen mit gemischten Methoden, die quantitative Analysen mit qualitativen Erkenntnissen und den Perspektiven der Interessenvertreter kombinieren. Sowohl quantitative als auch qualitative Indikatoren sind unerlässlich, um die Ausgangssituation zu beschreiben, Veränderungen zu verfolgen, die auf Maßnahmen der GAP-Strategiepläne oder GMO-Bestimmungen zurückzuführen sind, und externe Faktoren zu berücksichtigen, um den Nettoeffekt der Politik zu ermitteln. Die Evidenz-Triangulation stellt sicher, dass diese Ergebnisse aus verschiedenen Blickwinkeln validiert werden, wodurch die Gesamtbewertung robuster und zuverlässiger wird.
Wirksamkeit allein reicht nicht aus. Selbst starke Maßnahmen können hinter den Erwartungen zurückbleiben, wenn sie sich überschneiden, in Konflikt stehen oder sich nicht ergänzen. Die Bewertung der internen Kohärenz ist entscheidend, um nicht nur zu verstehen, was sich verändert hat, sondern auch wie und warum. Sie hilft dabei, Synergien, Zielkonflikte, Lücken und förderliche Faktoren zwischen den GAP-Instrumenten zu identifizieren. Die Verbesserung der Kohärenz ist unerlässlich, um die Gesamtwirkung der GAP auf die Position der Landwirte in der Lebensmittelkette zu maximieren.
Schließlich betonen die Leitlinien, dass die Bewertung das politische Lernen und die Verbesserung der Politik unterstützen sollte. Klare, evidenzbasierte Schlussfolgerungen müssen in praktische Empfehlungen einfließen und den Verwaltungsbehörden dabei helfen, die Gestaltung, Ausrichtung und Umsetzung der Maßnahmen zu verfeinern. Auf diese Weise wird die Bewertung zu einem strategischen Instrument, um den Beitrag der GAP zu einer gerechteren Wertverteilung und widerstandsfähigeren landwirtschaftlichen Systemen zu stärken.
Author(s)
European Evaluation Helpdesk for the CAP