Good Practice - Project

A Que Cheira o Douro/Wie duftet der Douro?

LEADER stärkt lokale Wertschöpfungsketten und fördert die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte, während gleichzeitig die ländliche Wirtschaft durch engere Verbindungen zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus diversifiziert wird.
  • GAP-Implementierung
  • - Programming period: 2014-2022
    Douro Valley, Portugal
    - Programming period: 2014-2022
    Douro Valley, Portugal

    General information

    RDP Priority
    • P6. Social inclusion and local development
    RDP Focus Area
    • 6B: Local development
    RDP Measure
    • M19: LEADER/CLLD
    Beneficiary type
    • Local Action Group

    Summary

    Das Projekt mit dem Titel „What Does Douro Smell Like“ wurde im portugiesischen Douro-Tal durchgeführt – einer Region, die international für ihren Weinbau bekannt ist, jedoch zunehmend von Entvölkerung, landwirtschaftlicher Monokultur und dem Rückgang traditioneller Gartenbaupraktiken betroffen ist. Die Initiative reagierte auf die Notwendigkeit, den lokalen Gartenbau als integralen Bestandteil des Kulturerbes des Douro wiederzubeleben und aufzuwerten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der symbolträchtigen Douro-Ochsherztomate lag.

    Unter der Leitung der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) Beira Douro und in Partnerschaft mit Douro Histórico und Douro Superior wurde das Projekt im Rahmen der LEADER-Maßnahme des früheren Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums (EPLR) durchgeführt. Durch diese Zusammenarbeit restaurierte die Initiative traditionelle Gemüsegärten (Hortas do Douro), förderte nachhaltige und innovative Anbaumethoden und entwickelte eine regionale Marke, die hochwertige Gartenbauprodukte mit der Identität und Landschaft des Douro verbindet.

    Results

    • Es wurden 1 000 Exemplare des Buches „Die Douro-Ochsenherztomate – Der andere Schatz“ über die Weinregion veröffentlicht, zusammen mit digitalen Ausgaben in Portugiesisch und Englisch.
    • Es wurden 3 000 Exemplare des „Leitfadens für bewährte Praktiken beim Anbau von Ochsenherztomaten“ sowie eine digitale portugiesische Version produziert.
    • Es wurden 10 000 Exemplare der „Karte der Douro-Weingüter, die Ochsenherztomaten anbauen“ veröffentlicht, mit digitalen Ausgaben in Portugiesisch und Englisch.
    • Die beiden Workshops mit dem Titel „Douro-Ochsenherztomaten – Vom Samen bis auf den Tisch“ zählten jeweils rund 80 Teilnehmer.

    Ressourcen

    Kontext

    Die Douro-Region, die international für ihre Weinberge und ihre Weinproduktion bekannt ist, steht vor anhaltenden strukturellen Herausforderungen, darunter landwirtschaftliche Monokultur, Entvölkerung und der Verlust traditionellen gärtnerischen Wissens. Historisch gesehen bewirtschafteten lokale Familien kleine Gemüsegärten (hortas) in der Nähe von Weinbergen und entlang von Flussufern und erzeugten hochwertige, aromatische Pflanzen, die an das lokale Terroir angepasst waren, darunter die emblematische Tomate Coração de Boi do Douro (Douro-Ochsherztomate). Im Laufe der Zeit gingen diese Praktiken zurück, was sowohl die Biodiversität als auch die kulturelle Identität der Region bedrohte.

    Das Projekt mit dem Titel „A Que Cheira o Douro/Wie duftet der Douro?“ entstand im Rahmen der LEADER-Strategie zur lokalen Entwicklung des Douro-Tals. Es wurde von Beira Douro – Associação de Desenvolvimento do Vale do Douro in Zusammenarbeit mit den LAGs Douro Histórico und Douro Superior gefördert. Die Initiative, die im Rahmen der LEADER-Maßnahme der ehemaligen portugiesischen Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum (EPLRs) unterstützt wurde, spiegelt das Engagement der Region wider, ihre ländliche Wirtschaft über den Weinbau hinaus zu diversifizieren.

    Ziele

    Dieses Projekt zielte darauf ab, den traditionellen Gartenbau als prägendes Element der Landschaft und des Kulturerbes des Douro wiederzubeleben und aufzuwerten. Es sollte lokale Lebensmittelsysteme stärken, kurze Lieferketten fördern und durch Produktdifferenzierung und Ländlichen Tourismus unter dem Konzept „Hortas do Douro“ neue Möglichkeiten für Landwirte schaffen. Zu den spezifischen Zielen gehörten:

    • Untersuchung des Terroirs des Douro als Schlüsselfaktor für die Erzeugung hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte.
    • Wiederbelebung und Revitalisierung traditioneller Gemüsegärten im Douro durch gezielte Unterstützung, Dynamisierung und Förderung.
    • Förderung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation in der gartenbaulichen Produktion des Douro.
    • Diversifizierung des touristischen Angebots der Region durch die Schaffung eines neuen Produkts, das sich auf die „Hortas do Douro“ konzentriert.
    • Förderung und Aufwertung der Douro-Ochsenherztomate als Spitzenprodukt, das über den Gourmetmarkt hinaus zugänglich ist.
    • Förderung und Ausbau des Anbaus von Douro-Ochsenherztomaten unter Hervorhebung ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Tätigkeit in der Region.

    Aktivitäten

    Durch die Kombination von landwirtschaftlicher Innovation, territorialem Branding und gesellschaftlichem Engagement trug die Initiative dazu bei, vergessene Kulturpflanzen wiederzubeleben, die lokale Identität zu stärken und die regionale Wirtschaft zu diversifizieren, wodurch die Authentizität und der ökologische Reichtum der Agrarlandschaft des Douro bewahrt wurden. Zu den wichtigsten im Rahmen der Initiative durchgeführten Aktivitäten gehörten:

    • Die Herausgabe und Veröffentlichung des Buches Die Douro-Ochsenherztomate – Der andere Schatz der Weinregion. Die Ochsenherztomate ist eine der weltweit am meisten geschätzten Tomatensorten, und in der Douro-Region erreicht sie ein Maß an Exzellenz in Aroma, Textur und Geschmack, das anderswo in Portugal unübertroffen ist. Vor Ort unterscheiden die Menschen sogar zwischen der Ochsenherztomate und der Douro-Ochsenherztomate. Das Buch beleuchtet diesen einzigartigen Reichtum in vielfältigen Dimensionen. Mit Beiträgen von Forschern erklärt es, warum diese Sorte im Douro außergewöhnlich gut gedeiht, fördert ihren Anbau und hebt ihre Bedeutung für das regionale Ökosystem, die Haushaltswirtschaft der Kleinbauern und den Tourismus hervor.
    • Erstellung eines Anbauleitfadens und einer Karte der Betriebe, die Douro-Ochsenherztomaten produzieren. Obwohl die Ochsenherztomate im Douro seit langem angebaut wird, ist die Produktion durch Kleinbauern in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten stark zurückgegangen. Viele Landwirte bekundeten erneutes Interesse an technischer Beratung, um agronomische Herausforderungen zu bewältigen. Der Leitfaden bietet Praxisinformationen zu Saatgutauswahl, Saatbeeten, Bodenvorbereitung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und anderen wichtigen Aspekten und ermöglicht es den Landwirten, gesunde, hochwertige Ernten zu produzieren, die einen bedeutenden Beitrag zur lokalen Wirtschaft leisten können. Die begleitende Karte zeigt die Betriebe auf, die diese Sorte anbauen, und fördert so die Sichtbarkeit und den Marktzugang.
    • Organisation von Workshops und Veranstaltungen zur Sensibilisierung. Es wurden zwei Bildungsworkshops abgehalten, um das Douro-Gebiet nicht nur als Spitzenregion für die Weinproduktion, sondern auch für andere hochwertige Produkte wie die Ochsenherztomate zu fördern und aufzuwerten. Ziel war es, den Wissensaustausch zu stärken, Bewährte Praktiken zu fördern und den Wert einer diversifizierten landwirtschaftlichen Produktion in der Region zu unterstreichen.

    Wichtigste Ergebnisse

    • Das Buch „Die Douro-Ochsenherztomate – Der andere Schatz der Weinregion“ wurde in einer Auflage von 1.000 Exemplaren veröffentlicht; digitale Ausgaben sind auf Portugiesisch und Englisch erhältlich. Es fand internationale Anerkennung und wurde bei den renommierten Gourmand World Cookbook Awards als bestes Obstbuch des Jahres (2024) ausgezeichnet.
    • Es wurden 3.000 Exemplare des „Leitfadens für bewährte Praktiken beim Anbau von Ochsenherztomaten“ produziert, zusammen mit einer digitalen portugiesischen Ausgabe. Der Leitfaden bietet praktische, leicht zugängliche Praxisinformationen, um Landwirten bei der Wiederbelebung des Anbaus von Ochsenherztomaten zu helfen.
    • Es wurden 10.000 Exemplare der „Karte der Douro-Weingüter, die Ochsenherztomaten produzieren“ veröffentlicht, begleitet von digitalen Versionen in Portugiesisch und Englisch. Die Karte erhöht die Sichtbarkeit der Erzeuger und fördert kurze Lieferketten sowie den ländlichen Tourismus.
    • Die beiden Workshops „Douro-Ochsenherztomaten – vom Samen bis auf den Tisch“ zählten jeweils rund 80 Teilnehmer, darunter Landwirte, Gärtner, Baumschulmitarbeiter, Saatgutproduzenten, Studierende und andere Interessenvertreter.

    Wichtige Erkenntnisse

    • Das Projekt zeigte, dass die Wiederbelebung traditioneller landwirtschaftlicher Praktiken in Verbindung mit Innovation, Zusammenarbeit und einer starken regionalen Markenbildung einen bedeutenden Beitrag zur modernen ländlichen Entwicklung leisten kann. Eine wichtige Erkenntnis war die zentrale Rolle des lokalen Engagements: Die aktive Beteiligung von Landwirten, Kommunen und Verbänden erwies sich als entscheidend, um die Gemeinden wieder mit ihrem gartenbaulichen Erbe zu verbinden.
    • Eine weitere wichtige Erkenntnis war der Wert der sektorübergreifenden Zusammenarbeit. Synergien zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie schufen neue wirtschaftliche Möglichkeiten und trugen zur Diversifizierung einer ländlichen Wirtschaft bei, die traditionell von der Weinproduktion abhängig ist. Das Projekt zeigte auch, dass kulturelle Identität und Biodiversität zu starken Triebkräften der regionalen Wettbewerbsfähigkeit werden können, wenn sie in marktfähige Produkte und authentische Besuchererlebnisse umgesetzt werden.
    • Der Umsetzungsprozess brachte zudem mehrere Herausforderungen zutage. Die Festlegung von Konsistenz bei den Produktionsstandards und die Sicherstellung eines ausreichenden Marktvolumens für Nischenprodukte wie die Douro-Ochsenhertomate erfordern Zeit, Koordination und nachhaltige Unterstützung. Zukünftige Initiativen könnten die Ausbildung verstärken, Marketing-Netzwerke ausbauen und Produktzertifizierungssysteme entwickeln, um Kontinuität, Qualität und Skalierbarkeit zu gewährleisten.