General information
RDP Priority
- P6. Social inclusion and local development
RDP Focus Area
- 6B: Local development
RDP Measure
- M07: Basic services & village renewal
Beneficiary type
- Non-governmental organisation
Summary
Dieses auf Biodiversität ausgerichtete Projekt in der finnischen Region Südkarelien hat erfolgreich das Bewusstsein geschärft und über 1.200 Einwohner und Sommergäste dazu inspiriert, konkrete Maßnahmen für die Natur zu ergreifen. Bei Dorffesten und von Experten geleiteten Naturwanderungen lernten die Teilnehmer, wie sie die Biodiversität in ihrer eigenen Umgebung fördern können. Fünf Gemeinden richteten Erholungsgebiete in der Natur ein, darunter eine umgewandelte Mülldeponie in Savitaipale, eine traditionelle Landschaft in Lappeenranta und ein vogelfreundliches Sumpfgebiet in Taipalsaari. Die Beobachtung von Hummeln bestätigte, dass sich auch kurzfristige Maßnahmen positiv auf die Biodiversität auswirken können.
Über 1.000 einzelne Naturschutzmaßnahmen wurden durchgeführt, darunter die Anlage von Wiesen, der Bau von Vogelhäuschen und Insektenhotels sowie die Entfernung invasiver Arten. Der integrative und praktische Ansatz des Projekts, unterstützt durch den Instagram-Account „@meidanjalkemme“, förderte eine breite Beteiligung und Zusammenarbeit. Außerdem wurden enge Partnerschaften mit Gemeinden und Organisationen aufgebaut, sodass das Projekt zu einem Vorbild für künftige Umweltprojekte wurde.
Insgesamt hat das Projekt gezeigt, wie gemeinschaftsorientierte, kreative und gut kommunizierte Umweltbemühungen zu dauerhaften Veränderungen und Anerkennung führen können.
Results
- Fünf regionale Standorte der Biodiversität wurden unterstützt: eine Wiese in Luumäki, ein Natur- und Kunststandort auf einer ehemaligen Mülldeponie in Savitaipale, eine traditionelle Landschaft in Lappeenranta, ein trockener, sonniger Lebensraum in Lemi und ein Sumpfparadies in Taipalsaari. Die Bienenüberwachung zeigte bereits nach einem Jahr bemerkenswerte Ergebnisse. Die Populationen nahmen an den renaturierten Standorten deutlich zu.
- Mehr als 1.000 Menschen wurden durch Veranstaltungen und Freiwilligenaktivitäten direkt einbezogen, während die Berichterstattung in den Medien und die Reichweite in den sozialen Medien Hunderttausende erreichte.
- Es wurden 30 Informationsveranstaltungen in Dörfern und Naturwanderungen organisiert und über 1.000 Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität umgesetzt, darunter die Anlage von Wiesen, der Bau von Vogelhäuschen und Insektenhotels sowie die Entfernung invasiver Arten. Mehr als 1.000 Wiesen-Samenpäckchen wurden verteilt und 15 Wiesenstandorte angelegt oder gepflegt.
- Die Veranstaltungen konzentrierten sich auf die Verbesserung terrestrischer und aquatischer Lebensräume.
- Eine regionale Aktion gegen invasive Arten erzielte ein breites Engagement, langfristige Wirkung und neue sektorübergreifende Partnerschaften.
Ressourcen
Links
Kontext
Die Renaturierung von Naturräumen bietet den Finanzierungssystemen der EU eine Chance, da jeder von der EU in die Renaturierung investierte Euro einen erheblichen wirtschaftlichen Ertrag von bis zu 38 Euro erzielen kann. Daher können Finanzmittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), einschließlich ihrer LEADER-Komponente, den Mitgliedstaaten dabei helfen, das wirtschaftliche Potenzial von Renaturierungsmaßnahmen zu optimieren. Für LEADER-Gruppen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Bewährte Praktiken in gemeinschaftsgeführten Projekten zur Entwicklung des ländlichen Raums umzusetzen, die der Renaturierung dienen.
Südkarelien ist ein Waldgebiet im Osten Finnlands am Ufer Saimaa, dem größten Sees des Landes. Der Verlust der Biodiversität und seine Auswirkungen auf das Wohlergehen der Menschen gaben den Naturschützern in Südkarelien Anlass zur Sorge. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern und Gemeinden der Region geplant, die von der Planungsphase an in die Projektaktivitäten einbezogen wurden. In einer Umfrage unter den Einwohnern wurde untersucht, wie ihre Dörfer wiederbelebt werden könnten und welche Maßnahmen die Menschen zum Schutz der Natur bereit wären, zu ergreifen. Es gingen 120 Antworten ein, und rund 20 % gaben ihre Kontaktdaten an, um ihr Interesse an einem möglichen Projekt zu bekunden.
Diese Zahlen bestätigen die Notwendigkeit des Projekts. Die Einwohner wollten die Biodiversität verbessern, benötigten jedoch Informationen und Hilfestellungen, die das Projekt auf praktische und inspirierende Weise bot. Mithilfe dieses Good-Practice-Projekts sollten fünf Gemeindegebiete miteinander vernetzt werden.
Ziele
Die wichtigste Idee der lokalen Entwicklung unter der Federführung der Bevölkerung bestand darin, den Bewohnern ländlicher Gebiete die Vorteile einer vielfältigen Natur zu vermitteln. Die im Rahmen des Projekts für die Natur geleistete Arbeit würde zudem die Lebensqualität der lokalen Gemeinden verbessern, indem durch verschiedene Veranstaltungen und Freiwilligenaktivitäten ein Gemeinschaftsgefühl geschaffen würde. Die spezifischen Projektziele konzentrierten sich auf:
- die Sensibilisierung der Einwohner und Sommergäste in der Region Lappeenranta für Umweltfragen, indem die gegenseitigen Vorteile der Biodiversität für Mensch und Natur hervorgehoben wurden
- die Förderung konkreter Maßnahmen zur Verhinderung des Verlusts der Biodiversität und zur Verbesserung der lokalen Ökosysteme
- die Einrichtung einer öffentlichen Biodiversitätsstätte und Durchführung einer Naturveranstaltung in jeder der fünf Gemeinden sowie 20 Naturwanderungen und Informationsveranstaltungen in den Dörfern.
- 100 Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität durch Einzelpersonen und Vereine
Aktivitäten
Im Rahmen des Projekts „Our Footprint“ wurden über 1.000 Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt. Diese Aktivitäten wurden unter Beteiligung der lokalen Bevölkerung realisiert und erzielten hervorragende Ergebnisse. Ziel war es, Menschen anzusprechen, sie anzuleiten und zu inspirieren, konkrete Maßnahmen zum Wohle der Natur zu ergreifen und sich an deren Umsetzung zu beteiligen.
Die Kernmaßnahme des Projekts bestand darin, auf die Bedürfnisse der Einwohner einzugehen und die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität an die Interessen der lokalen Gemeinschaften anzupassen. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Ermöglichung von Naturmaßnahmen durch die Bereitstellung inspirierender Hilfsmittel für den Einstieg, wie z. B. Grassamen oder Materialien für den Bau von Vogelhäuschen und Insektenhotels.
Im Rahmen gemeinschaftsgeführter Aktionen wurden 30 Informationsveranstaltungen in Dörfern sowie Naturwanderungen durchgeführt. Dabei entwickelten die Teilnehmer Ideen für Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität, die in der Region umgesetzt werden sollten. Das Projekt organisierte mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Gemeinden, um das Wissen über Natur und Biodiversität zu erweitern, darunter eine Veranstaltung zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Wasservögeln und eine weitere Fachveranstaltung zur Verbesserung der Lebensbedingungen von in Baumhöhlen nistenden Vogelarten.
Während einer Waldexkursion erhielten die Teilnehmer praktische Einblicke in die Möglichkeiten der kontinuierlichen Waldbewirtschaftung zur Integration der Biodiversität.
Die Risiken der schädlichen Auswirkungen des Netzfischens auf die Saimaa-Ringelrobbe und andere Organismen im Saimaa-See wurden durch die Kampagne „Verkko ei valitse” („Das Netz unterscheidet nicht”) aufgezeigt.
Eine aktive, inspirierende und praktische Kommunikation über mehrere Kanäle, hauptsächlich auf Instagram (@meidanjalkemme), war ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Die Einwohner wurden außerdem dazu ermutigt, ihre eigenen Naturaktionen in den sozialen Medien zu teilen. So erreichte das Projekt indirekt Hunderttausende von Menschen (über Medien wie die Zeitungen Maaseudun Tulevaisuus und Etelä-Saimaan Sanomat, Radio Tempo und Instagram). Die Zusammenarbeit während der Kommunikationsmaßnahmen war äußerst erfolgreich.
In allen fünf Gemeinden des Projektgebiets wurde eine für alle zugängliche Biodiversitätsstätte eingerichtet, um den Einwohnern die Möglichkeiten für Biodiversitätsmaßnahmen aufzuzeigen. Darüber hinaus fand in jeder Gemeinde eine größere Naturveranstaltung statt, die von den Einwohnern vor Ort geplant und durchgeführt wurde. Insgesamt wurden während der Projektlaufzeit mehr als 1.000 verschiedene große und kleine Naturmaßnahmen umgesetzt, darunter der Bau von Vogelhäuschen, die Anlage einer Wiese, die Organisation einer Naturveranstaltung und die Bekämpfung invasiver Arten.
Wichtigste Ergebnisse
- Im Rahmen des Projekts wurden in der Region Lappeenranta fünf auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittene Standorte der Biodiversität eingerichtet: eine Wiese in Luumäki, ein Natur- und Kunststandort auf einer ehemaligen Deponie in Savitaipale, eine traditionelle Landschaft in Lappeenranta, ein trockener, sonniger Lebensraum in Lemi und ein Sumpfparadies in Taipalsaari. Die Beobachtung von Hummeln zeigte bereits nach einem Jahr bemerkenswerte Ergebnisse, da sich die Natur an den renaturierten Standorten deutlich erholt hat.
- In jeder Gemeinde fanden große, von den Einwohnern organisierte Naturveranstaltungen statt, von denen eine über 700 Teilnehmer anzog. Insgesamt wurden 30 Informationsveranstaltungen in den Dörfern und Naturwanderungen organisiert und über 1.000 Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität durchgeführt, darunter die Anlage von Wiesen, der Bau von Vogelhäuschen und Insektenhotels sowie die Entfernung invasiver Arten. Mehr als 1.000 Wiesen-Samenpäckchen wurden verteilt und 15 Wiesenstandorte angelegt oder gepflegt.
- Sonderveranstaltungen konzentrierten sich auf die Verbesserung der Lebensräume für Vögel und Wasservögel. Es wurde eine Exkursion zum Thema Forstwirtschaft durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem finnischen Naturschutzverband vier Schilder aufgestellt, die vor den Gefahren des Netzfischens für Saimaa-Ringelrobben warnen.
- Mehr als 1.000 Menschen beteiligten sich direkt an Veranstaltungen und Freiwilligenaktivitäten, während die Berichterstattung in den Medien sowie die Reichweite in den sozialen Medien Hunderttausende erreichten.
- Der Erfolg des Projekts wurde mit dem Landschaftsaktionspreis der Beratungsorganisation für Frauen im ländlichen Raum Südfinnlands gewürdigt.
- Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Bewährten Praktiken war die Einführung eines regionalen Projekts zu invasiven Arten. Es zeigte sich, dass gemeinschaftsorientierte, integrative Umweltmaßnahmen zu einem breiten Engagement, langfristigen Auswirkungen und neuen sektorübergreifenden Partnerschaften führen können.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Projekt hat das Umweltbewusstsein der Einwohner und Sommergäste in der Region Lappeenranta deutlich verbessert und verdeutlicht, welchen positiven Einfluss die Biodiversität auf das Wohlbefinden der Gemeinschaft und die Attraktivität der Region steigert.
- Der praktische und sichtbare Ansatz inspirierte Einzelpersonen, Vereine und Gemeinden zu freiwilligen Maßnahmen, wodurch neue Naturgebiete entstanden und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt wurde. Die Einwohner begannen auch, naturbezogene Bilder, wie z. B. Wiesen-Samenmischungen, in ihrer eigenen Kommunikation und ihrem Branding zu verwenden.
- Hunderte von Menschen und Dutzende von Gemeinden wurden durch die praktischen Beispiele dazu inspiriert, eigene Maßnahmen zum Wohle der Natur zu ergreifen – von der Anlage von Wiesen bis zum Bau von Vogelhäuschen.
- Die konkreten, sichtbaren Maßnahmen hatten einen Dominoeffekt: Die Menschen wurden dazu inspiriert, sich unabhängig vom Projekt für die Biodiversität zu engagieren, also sowohl außerhalb des Projekts als auch nach Ablauf der Projektlaufzeit.
- Die Methode zur Umsetzung des Projekts erwies sich als erfolgreich und hat andere dazu inspiriert, ähnliche Aktivitäten in verschiedenen Teilen Finnlands durchzuführen.
Es gibt viele negative Nachrichten über den Klimawandel und den Verlust der Biodiversität. Die Menschen sind froh, wenn sie hinausgehen und etwas Konkretes tun können, um einen positiven Einfluss darauf zu nehmen.