Good Practice - Project

Modernisierung der Imkerei auf dem Bauernhof Medusmājag in Lettland

Ein Modernisierungsprojekt, bei dem ein mobiler Bio-Imkereibetrieb auf den neuesten Stand gebracht und digitalisiert wurde, um die Effizienz zu steigern, Verluste zu reduzieren und die Honigproduktion deutlich zu steigern.
  • GAP-Implementierung
  • - Programming period: 2014-2022
    Ezerieši, Kroņauce, Lettland
    - Programming period: 2014-2022
    Ezerieši, Kroņauce, Lettland

    General information

    RDP Priority
    • P6. Social inclusion and local development
    RDP Focus Area
    • 6B: Local development
    RDP Measure
    • M19: LEADER/CLLD
    Beneficiary type
    • Small-Micro Enterprise

    Summary

    Der mobile Bio-Imkereibetrieb Medusmāja in Lettland betreut 190 Bienenvölker und produziert Bio-Linden-, Heide- und Blütenhonig sowie Bienenwachs, Bienenbrot und Propolis. Um den Zugang zu hochwertigen Bio-Nektarquellen zu gewährleisten, werden die Bienenstände saisonal durch verschiedene Regionen verlegt.

    Um dem Bedarf an Modernisierung und Digitalisierung in einer zeitkritischen Branche mit einer kurzen aktiven Saison und über mehrere Standorte verteilten Bienenständen gerecht zu werden, führte der Betrieb ein gezieltes Entwicklungsprojekt durch. Zu den Investitionen gehörten eine Bienenbrot-Zerkleinerungsmaschine, ein digitales Refraktometer zur Messung des Honigfeuchtigkeitsgehalts, ein Bienenwachsschmelzer, ein Honig-Entfeuchter, Systeme zur Überwachung der Bienenstöcke sowie ein Mauriņa-Mäher für die Pflege der Bienenstände.

    Diese Modernisierungen verbesserten die betriebliche Effizienz, ermöglichten eine schnellere Entscheidungsfindung durch die Fernüberwachung der Bienenstöcke, reduzierten Produktionsverluste und schufen die Voraussetzungen für eine Verdopplung der Erträge. Das Projekt stärkte zudem die lokale Zusammenarbeit durch die Belieferung von Bildungseinrichtungen und Sozialzentren mit Bio-Produkten, was die langfristige Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs verbesserte.

    Results

    • Die neuen Geräte und digitalen Hilfsmittel haben die Produktion schneller und effizienter gemacht, sodass der Betrieb seinen Ertrag verdoppeln konnte.
    • Die digitale Überwachung der Bienenstöcke steigerte die Honigerträge um 10–15 %, da sie eine rechtzeitige Ernte und die frühzeitige Erkennung schwächerer Bienenvölker ermöglichte.
    • Die Modernisierungen verbesserten zudem die Honigqualität und reduzierten die Wachsverluste, was die allgemeine Effizienz der Produktion steigerte.

    Ressourcen

    Jars of honey products by LLC Medusmaja
    ©Kārlis Krievkalns

    Hintergrund

    Der Betrieb „Medusmāja“ bewirtschaftet 190 Bio-Bienenvölker und produziert Linden-, Heide- und Blütenhonig sowie Bienenwachs, Bienenbrot und Propolis. Die Imkerei ist mobil und folgt den Blütezeiten in verschiedenen Regionen, um den Zugang zu Bio-Nektarquellen zu gewährleisten. Die Bienenstöcke werden saisonal in private Wälder und auf Naturwiesen verlegt, um Linden- und Heidehonig zu produzieren. Der Betrieb stellt seine eigenen Bienenstöcke und Ausrüstung her, vermehrt seine Bienenvölker selbst und verarbeitet den Honig vor Ort, unter anderem zu cremigem Honig, der mit Bio-Obst und -Kräutern vermischt wird. Derzeit sind dreizehn Produkte registriert.

    Das Wissen über die Imkerei wurde über Generationen weitergegeben, und der Betrieb ist mit Maschinen für die Feldarbeit, den Transport der Bienenstöcke und die Honigverarbeitung ausgestattet. Mit steigenden Produktionsmengen wächst der Bedarf, die Verarbeitung zu modernisieren und zu automatisieren, die Bienenstandorte zu pflegen und die Bienenstocküberwachung zu digitalisieren. Der Imker, Kārlis Krievkalns, engagiert sich zudem in nachhaltigkeitsorientierten Initiativen, darunter die Leitung einer städtischen Dachimkerei an der Rīga Stradiņš Universität. Dies zeigt seine umfassende Erfahrung, seinen Wissenstransfer und die Anpassungsfähigkeit moderner Imkereipraktiken an unterschiedliche Umgebungen.

    Zuvor hatte der Betrieb in eine Honigschleuder, eine automatische Wabenentdeckelungsmaschine, eine Heidehonigschleuder zum Entnehmen des Honigs aus den Waben sowie eine Wachspresse investiert. Zusammen ermöglichten diese Geräte den Aufbau einer abfallfreien, zeitsparenden Produktionslinie.

    Ziele

    Ziel des Projekts war es, die Effizienz, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs in der Bio-Honigproduktion zu stärken, indem wichtige Imkereiprozesse und Verarbeitungsabläufe automatisiert und digitalisiert wurden.

    Maßnahmen

    Im Rahmen dieses Projekts hat der Betrieb seine Imkerei weiter modernisiert, indem er seinen Maschinenpark um mehrere Schlüsseltechnologien erweitert hat. Ein moderner Bienenbrot-Zerkleinerer und ein digitales Refraktometer zur Messung des Honigfeuchtigkeitsgehalts wurden angeschafft, um die Produktqualität zu verbessern und den optimalen Zeitpunkt für die Honigernte und -lagerung zu bestimmen. Der Betrieb kaufte außerdem 21 Rahmen für sechs Bienenstöcke, um die Aufzucht von Bienenvölkern der neuen Generation zu unterstützen. Zu den weiteren Geräten gehörten eine Bienenwachs-Verarbeitungsanlage (Wachschmelzer), ein Honig-Entfeuchter zur Reduzierung von überschüssiger Feuchtigkeit im Honig sowie ein Mauriņa-Mäher für die Pflege der Bienenstandorte.

    Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Integration digitaler Überwachungsinstrumente. Online-Kameras, die in einem früheren Projekt entwickelt wurden, ermöglichen die Echtzeit-Beobachtung der Aktivitäten in den Bienenstöcken und erlauben schnelle Reaktionen auf auftretende Probleme, was die Bienenstockbewirtschaftung verbessert und die Honigerträge steigert. Ergänzend dazu installierte der Betrieb ein GSM-4G-Online-Überwachungssystem, das mit Solarmodulen betrieben wird.

    Dieses System überträgt automatisch Daten von mehreren Bienenstockwaagen an ein Smartphone, wodurch Nektarfluss, Bienenaktivität, Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit aus der Ferne verfolgt werden können und der Imker bei ungewöhnlichen Gewichtsveränderungen – einschließlich möglicher Diebstähle – alarmiert wird. Die digitale Überwachung ist unerlässlich, da sich die Bienenstände des Betriebs in der Regel an mindestens fünf verschiedenen, oft weit voneinander entfernten Standorten befinden.

    Der Mauriņa-Mäher spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung und Pflege der Flächen für mobile Bienenstände vor und nach der Aufstellung der Bienenstöcke. Im Gegensatz zu Trimmern, die die Bienen durch ihren hohen Ton aggressiv machen, stört der Mäher die Bienenvölker nicht. Er lässt sich mit dem Anhänger des Betriebs problemlos zu verschiedenen Standorten transportieren.

    Im täglichen Betrieb arbeitet der Betrieb auch mit Bildungseinrichtungen zusammen, beispielsweise im Regionalzentrum Liepāja, die Bio-Produkte kaufen, sowie mit Sozialzentren, wodurch lokale Partnerschaften und das Engagement in der Gemeinschaft gestärkt werden.

    Wichtigste Ergebnisse

    • Die neuen Geräte und digitalen Tools haben die Effizienz und Produktivität der Imkerei des Betriebs deutlich gesteigert. Da die aktive Imkersaison nur etwa drei Monate dauert, ist es entscheidend, schnell reagieren zu können. Die modernisierten Maschinen und automatisierten Abläufe sparen viel Zeit, optimieren die Arbeitsabläufe und schaffen Kapazitäten für weitere Modernisierungen und den Ausbau der Bienenvölker. Dank der verbesserten Produktionslinie kann der Betrieb nun bis zu doppelt so viel produzieren wie zuvor.
    • Auch die digitale Überwachung der Bienenstöcke hat messbare Vorteile gebracht. Durch die Echtzeit-Erfassung des Nektarflusses, der Bienenaktivität und der Umgebungsbedingungen kann der Betrieb vermeiden, die Hauptnektarzeit zu verpassen, was zu einer Steigerung des Honigertrags um 10–15 % führt. Das System hilft außerdem dabei, schwächere Bienenvölker frühzeitig zu erkennen, sodass rechtzeitig Maßnahmen durchgeführt werden können, bevor der Nektarfluss beginnt.
    • Die neu angeschaffte Ausrüstung hat die Honigqualität verbessert, Wachsverluste reduziert und die allgemeine Effizienz gesteigert, was zu einem nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Imkereibetrieb beiträgt.

    Wichtige Erkenntnisse

    • Die Imkerei erfordert ständige Aufmerksamkeit, da sich die Bedingungen schnell ändern und die kurze Saison nur wenig Zeit lässt, um Aufgaben zu erledigen oder Fehler zu korrigieren. Probleme, die im Winter übersehen wurden, treten im Sommer deutlich zutage.
    • Laufende Versuche mit dem Zeitpunkt des Bienenstocktransports sind unerlässlich, um die Honigerträge zu optimieren.
    • Die Investitionen des Projekts haben den Arbeitsaufwand deutlich reduziert und die Effizienz verbessert, sodass mehr Zeit für die Kernaufgaben der Imkerei und den weiteren Ausbau der Imkerei bleibt.