Good Practice - Project

Deutsch Operationelle Gruppen testen integrierte Strategie für Nutzlandinsekten und Vogelwelt

Durch Zusammenarbeit werden auf 1 000 Hektar Ackerland in Deutschland mit Hilfe der Innovationsmöglichkeiten der GAP im ländlichen Raum bessere Voraussetzungen für den Vogelschutz geschaffen.
  • GAP-Implementierung
  • - Programming period: 2014-2022
    North-Rhine Westphalia, Deutschland
    - Programming period: 2014-2022
    North-Rhine Westphalia, Deutschland

    General information

    RDP Priority
    • P4. Ecosystems management
    RDP Focus Area
    • 4A: Biodiversity restoration, preservation & enhancement
    RDP Measure
    • M16: Cooperation
    Beneficiary type
    • Operational group

    Summary

    Das deutsche Natura-2000-Vogelschutzgebiet Hellwegbörde ist ein wichtiges Brutgebiet für die geschützten Arten Wiesenweihe, Rebhuhn, Wachtelkönig und Feldlerche. Das Gebiet in Nordrhein-Westfalen (NRW) wird traditionell für Ackerbau und intensive Landwirtschaft genutzt.

    Da ein Rückgang der Vogelpopulationen verzeichnet wurde, brachte dieses GAP-finanzierte Projekt Interessenvertreter aus dem Bereich Lebensraumschutz in einer EIP-AGRI-Operationellen Gruppe (OG) zusammen, um gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Die Mitglieder der OG vertraten Naturschutz, Landwirtschaft, Wissenschaft und landwirtschaftliche Beratungsdienste. Ihre Maßnahmen konzentrierten sich darauf, Engpässe in den Flächenförderungssystemen zu verstehen, um Optionen zu entwerfen und zu testen, die die Bedürfnisse von landwirtschaftlichen Betrieben und der Natur besser in Einklang bringen könnten. Zusätzlich zu diesen Pilotprojekten stützte sich die Arbeit der OG auf Ergebnisse der Naturschutzüberwachung, die zur Verbesserung der Gesamtleistung des Projekts genutzt wurden.

    Die Öffentlichkeitsarbeit der OG stieß auf positive Resonanz bei einer beträchtlichen Anzahl von Landwirten aus der Zielgruppe, die mehr als 1000 Hektar bewirtschafteten.

    Results

    Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zwischen den OG-Partnern nahmen zu, da im Rahmen des Projekts festgestellt wurde, dass die bestehenden Maßnahmen zur Unterstützung landwirtschaftlicher Betriebe oft leicht angepasst werden konnten, um eine größere Wirkung zu erzielen. Weitere wichtige Ergebnisse des OG-Projekts waren:

    • 308 Beratungsgespräche für 231 verschiedene landwirtschaftliche Betriebe.
    • 1 004 Hektar auf 163 landwirtschaftlichen Betrieben, die von Artenschutzmaßnahmen profitieren.
    • 520 Hektar, auf denen 15 spezielle vertragliche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden (z. B. Blumenstreifen, Brachflächen, extensiver Getreideanbau in doppelter Saatreihe).
    • 8 200 Hektar mit vielfältiger Fruchtfolge, die mit mindestens fünf verschiedenen Kulturen bewirtschaftet werden, darunter Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen, sowie die Bewirtschaftung kleiner Ackerflächen.
    • Sieben Treffen zum Netzwerken und Wissensaustausch zwischen den OG-Mitgliedern.
    • 38 Veranstaltungen und Vorträge zur ländlichen Innovationsinitiative der GAP.
    • Monitoringdaten und Bewertungen der Interessenvertreter lieferten wertvolle Erkenntnisse für eine gezieltere Beratung. Zudem stieg das Öffentliche Bewusstsein für das Vogelschutzgebiet mit positiven Auswirkungen.
    Field visit with the operational group of the project

    Kontext

    Das europäische Natura-2000-Netzwerk umfasst Lebensräume und Arten, die mit landwirtschaftlichen Ökosystemen in Verbindung stehen und deren Erhaltungszustand nach wie vor als ungünstig eingestuft wird. Es hat sich gezeigt, dass die unzureichende Einbindung von Naturschutzzielen in andere Politikbereiche das Potenzial des Netzwerks beeinträchtigt.

    In NRW gab es bei der Entwicklung von Natura-Gebieten Herausforderungen, insbesondere in Tieflandregionen. Dies barg die Gefahr negativer Auswirkungen auf Vogelarten in Agrarlandschaften. Der Rückgang der Insektenfauna, die die Hauptnahrungsquelle für Feldvögel darstellt, wurde als wesentlicher Faktor genannt.

    Das Vogelschutzgebiet Hellwegbörde ist das größte von 28 solchen Gebieten in NRW. Auf seinen 50 000 Hektar leben in der EU-Vogelschutzrichtlinie aufgeführte Anhang-I-Arten, die durch ungünstige Bestandsentwicklungen bedroht waren. Etwa 95 % der Fläche werden von rund 1 500 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet. Die Integration von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in das Flächenmanagement wurde daher als sehr wertvoll für die Erreichung wirksamer Naturschutzziele hervorgehoben. NRW hatte sich auf kooperative Lösungen für den Naturschutz in der Landwirtschaft verlassen und war verpflichtet, regulatorische Maßnahmen zu ergreifen, falls Probleme fortbestanden.

    Ein Aktionsplan zum Vogelschutz für die Hellwegbörde bestätigte den Bedarf für das gesamte Schutzgebiet. Er förderte eine breite Palette von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume und wies auf die Schlüsselrolle von Maßnahmen zur Förderung von Insekten im Agrarsektor hin. Die Verpflichtungen der landwirtschaftlichen Betriebe waren an die Inanspruchnahme von Fördermitteln geknüpft, doch die angebotenen Finanzpakete und Verfahren wurden nicht in großem Umfang genutzt.

    Ziele

    Eine OG wurde als nützliches Instrument angesehen, um wichtige Interessenvertreter der GAP zusammenzubringen und den Erfolg von Maßnahmen zur Zusammenarbeit im Naturschutz auf Ackerflächen, auf denen Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben und Winterraps angebaut werden, aufzuzeigen. Die spezifischen Ziele zielten darauf ab

    • die Biodiversität, gemessen an bestimmten Vogelarten, in der Region Hellwegbörde zu erhöhen.
    • Entwicklung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität für intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen.
    • Zusammenarbeit zur Unterstützung der Ziele des Aktionsplans zum Vogelschutz im Natura-Gebiet, z. B. durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität auf 5 % der Gesamtfläche und auf 10 % der prioritären Flächen für Feldvögel.

    Aktivitäten

    Kooperationsmaßnahmen der OG – Die Gründung der OG bot eine effektive Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen offiziellen Interessenvertretern und Gästen aus den Bereichen Naturschutz (biologische Stationen und untergeordnete Naturschutzbehörden), Landwirtschaft (Landwirte und Landwirtschaftsverband), Wissenschaft (Universität Münster und Fachhochschule Soest) sowie der Beratungsdienst (Landwirtschaftskammer). Die Mitglieder der OG trafen sich zweimal jährlich, um sich auszutauschen, zu diskutieren und mehr über bessere Produktionsmethoden und besseren Vogelschutz zu lernen.

    Eine Strategie und ein Aktionsplan der OG führten eine Bewertung der bisherigen Entwicklung der Agrarumweltmaßnahmen durch und machten auf verbesserungswürdige Punkte aufmerksam. In den späteren Projektphasen lieferten der Beratungsdienst und die Überwachung durch die biologische Station aktuelle Informationen, die diskutiert wurden, um Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung zu entwickeln.

    Die Überwachung der Vogel- und Insektenpopulationen erfolgte unter Verwendung verschiedener Ansätze. Die Brutvogeldichten bei verschiedenen Maßnahmen wurden mit den Ernteerträgen, den Aktivitätsdichten der Wintervögel sowie den Bestäuberpopulationen von Wildbienen und Schmetterlingen verglichen. Zudem wurde eine landschaftsbezogene Überwachung durchgeführt.

    Die Beratung auf den Höfen erfolgte kostenlos. Ausgangspunkt war eine individuelle Betriebsanalyse aller bewirtschafteten Flächen. Die Lage der Flächen spielt bei der Umsetzung verschiedener Maßnahmen eine besonders wichtige Rolle. Es wurden die Flächen analysiert, die aus landwirtschaftlicher und naturschutzfachlicher Sicht besonders geeignet sind. Für diese Flächen wurden geeignete Maßnahmen aus verfügbaren Förderprogrammen empfohlen.

    Alle bestehenden und neu diskutierten Fördermöglichkeiten wurden anschließend in einem Konzeptmenü mit Handlungsoptionen zusammengestellt. Dies ermöglichte eine standortspezifische Präsentation der Maßnahmen sowie detaillierte Maßnahmenprofile mit Informationen zu Voraussetzungen und Bewirtschaftungsanweisungen. Die Landwirte erhielten zudem Unterstützung bei der Beantragung von GAP-Mitteln.

    Es wurde ein Aktionsplan verabschiedet und veröffentlicht, um die Empfehlungen in die Gestaltung neuer Maßnahmen einfließen zu lassen. Gleichzeitig fanden Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern statt.

    Beispiele für Bewährte Praktiken bei der Umsetzung der Maßnahmen wurden in Präsentationen vorgestellt und in Rundschreiben an Landwirte sowie in Landwirtschaftszeitungen veröffentlicht. Für Landwirte in der Region fanden Feldbesichtigungen statt. Die Ergebnisse der Insekten- und Vogelbeobachtungen wurden in Naturschutz- und wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Das öffentliche Interesse am Projekt wurde durch Feldbesichtigungen und lokale Medienkanäle gefördert.

    Wichtigste Ergebnisse

    Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen zwischen den OG-Partnern haben deutlich zugenommen. Es besteht ein besseres Verständnis füreinander und für die jeweiligen Interessen im Naturschutz und in der Landwirtschaft. Die Landwirte wissen nun, dass fachliche Beratung zu verschiedenen Maßnahmen für verschiedene Arten verfügbar ist.

    Das Projekt hat gezeigt, dass die bestehenden Fördermaßnahmen für landwirtschaftliche Betriebe oft leicht angepasst werden können, um eine größere Wirkung zu erzielen. Es wurden auch neue Maßnahmen entwickelt und eingeführt – darunter die Empfehlung, dass das Mähen auf Brachflächen nur alle zwei Jahre erforderlich sein sollte.

    Weitere wichtige Ergebnisse der OG führten zu:

    • 308 Beratungsgesprächen für 231 verschiedene landwirtschaftliche Betriebe.
    • 1 004 Hektar auf 163 landwirtschaftlichen Betrieben, die von Artenschutzmaßnahmen profitieren.
    • 520 Hektar, auf denen 15 spezialisierte vertragliche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden (z. B. Blumenstreifen, Brachflächen, extensiver Getreideanbau in doppelter Saatreihe).
    • 8 200 Hektar mit vielfältiger Fruchtfolge werden mit mindestens fünf verschiedenen Kulturen bewirtschaftet, darunter Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen, sowie die Bewirtschaftung kleiner Ackerflächen.
    • Sieben Treffen zum Networking und Wissensaustausch zwischen den OG-Mitgliedern
    • 38 Veranstaltungen und Vorträge zur ländlichen Innovationsinitiative der GAP.
    • Studierende lieferten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten Überwachungsdaten und Bewertungen von Interessenvertretern. Die Ergebnisse ihrer Erkenntnisse lieferten wertvolle Erkenntnisse für eine gezieltere Beratung.
    • Auch das öffentliche Bewusstsein für das Vogelschutzgebiet wurde gestärkt. Dies trug dazu bei, das Risiko von Spannungen zwischen Naturschützern, Landwirten und Hundebesitzern zu verringern.

    Wichtige Erkenntnisse

    • Demonstrationsbetriebe sind ein beliebtes und produktives Instrument, um Impulse zu setzen und Übergangsprozesse im Agrar- und Ernährungssektor zu steuern.
    • Die OG zeigte, dass Naturschutz, Wissenschaft, intensive Fruchtfolge durch Landwirte und Beratungsdienste im Geiste des Vertrauens zusammenarbeiten und Ziele gemeinsam erreichen können.
    • Viele bestehende und neu entwickelte Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität sind wirksam und wirken sich positiv auf die Zielpopulationen von Insekten und Vögeln aus.
    Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz hat sich dank dieses Projekts deutlich verbessert. Jetzt kommt es darauf an, das gemeinsam Erreichte auch in schwierigen Zeiten nicht aufzugeben, sondern auszubauen! Dr. Ralf Joest, Biologische Station ABU Soest
    Die Debatte um Klimaschutz und Verlust der Biodiversität geht an uns nicht vorbei. Ich kann vielleicht nicht die ganze Welt retten, aber ich kann meinen Teil dazu beitragen, etwas zu bewirken. Klaus Albersmeier, Landwirt aus dem Projekt
    Es geht nicht so sehr um die Größe der Flächen, sondern darum, die Dinge auf kluge Weise voranzubringen. Dr. Harald Lopotz, Geschäftsführer der Kreisstelle Soest der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
    Viele Landwirte sind sehr bereit, Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität zu ergreifen. Andreas Kemper, Berater für Biodiversität